25.6.2018

Bericht #11 - Feliz Cumpleaños! Mein Geburtstag in Panama

Liebe Metropolregion Rhein-Neckar,

knapp fünf Wochen bleiben mir nur noch, im wunderschönen Panama. Kaum zu glauben, dass ich jetzt auch schon mein letztes AFS-Treffen hinter mir habe. Es wurde besprochen, wie das alles mit dem Flug und dem Treffen am Flughafen abläuft, obwohl man das eigentlich noch gar nicht hören möchte. Sogar unsere Buchungsbestätigung haben wir schon bekommen. Das war echt komisch, diese schon in den Händen zu haben. Mein Auslandsjahr geht jetzt mit riesen Schritten dem Ende zu. Ich finde es irgendwie wirklich erschreckend, wie schnell das alles rum ging. Am Anfang dachte ich noch, ein ganzes Jahr würde nie fertig werden. Manchmal habe ich mich sogar gefragt, ob es nicht besser gewesen wäre nur ein halbes Jahr zu gehen und jetzt ist ein ganzes Jahr schon fast rum. Kaum zu glauben!

Anfang Juni war mein 16. Geburtstag. Ich war schon echt gespannt, wie dass alles werden würde, wie man hier Geburtstag feiert und so weiter... Dann kam aber leider der Tod meines panamaischen Opas dazwischen und meine Familie meinte, dass wir keine große Feier planen können, wie eigentlich gedacht. Geplant war eigentlich ein typischer Geburtstag, wie ihn panamaische Kinder feiern, mit Piñata, leckerem Essen, einer großen Torte und vielen Gästen, dies wurde dann aber kurzer Hand auf Ende Juli, als Abschiedsfeier verlegt. Am Tag meines Geburtstages habe ich erstmal schön lange geschlafen, dann hat mich meine Schwester mit einem Frühstück überrascht, was mich wirklich sehr gefreut hat. Den restlichen Morgen habe ich dann meine ganzen Geburtstagsgrüße aus Deutschland beantwortet und mit der Familie und ein paar Freunden telefoniert. Mittags kam meine Freundin Maren vorbei und zusammen mit meiner Schwester backten wir Brownies. Das war echt lustig! Danach ging es direkt weiter mit Essenvorbereiten. Maren und ich machten Frikadellen mit Tomatensoße und Reis, meine Schwester schaute uns zu und half wo sie konnte

Später kamen eine Freundin und der Freund meiner Schwester dazu, gemeinsam warteten wir auf meine Mutter und meine Cousine um mit der kleinen Feier anzufangen. Um uns gut die Zeit zu vertreiben, haben wir Spiele gespielt, das fand ich auch echt schön, weil wir einfach Zeit zusammen verbracht haben. Irgendwann kam dann auch meine Mutter und wir konnten mit dem Essen anfangen, zur Erleichterung aller, weil wir schon echt Hunger hatten. Das Essen kam richtig gut an, was mich persönlich sehr gefreut hat. Nach dem Essen gab es eine kleine Torte, die meine Mutter mitbrachte. In Panama ist es Tradition, wie in Deutschland auch, am Geburtstag immer ein Geburtstagslied zu singen. Also zündeten wir die Kerzen an und ich bekam ein Ständchen gesungen. Danach wurden ein paar Bilder gemacht, bevor wir dann endlich den Kuchen probieren konnten. Anschließend ließen wir den Abend noch zusammen ausklingen. Ich finde, ich hatte zwar eine kleine, aber eine wunderschöne Geburtstagsfeier, mit den für mich wichtigsten Menschen hier in Panama. 

Am darauffolgenden Tag ging es direkt weiter. Der Chef meiner Mutter hatte uns eingeladen ihn in seinem Elternhaus zu besuchen. Am Nachmittag wurden meine Schwester, Maren und ich daheim abgeholt und wir machten uns auf den Weg nach Boquete, ans andere Ende von Panama. Sehr spät kamen wir erst an.

Am nächsten Morgen ging es früh schon wieder los, auf Erkundungstour duch Boquete, wie in Panama so üblich, natürlich mit dem Auto. Der erste Stopp war etwas oberhalb vom Ort, irgendwo im Wald. Von dort aus konnten wir super den Vulkan Barú, den mit 3477 Metern höchsten Punkt Panamas, betrachten. Wirklich eine schöne Aussicht! Dann sind wir noch eine ganze Weile oberhalb des Ortes entlang gefahren, bis wir an einen Wasserfall kamen, der von weit oben eine Felswand herab stürzte. Somit wurde auch der letzte Punkt auf meiner Liste mit Dingen, die ich in Panama unbedingt sehen und erleben will, abgehakt. Es war wunderschön und es beeindruckt mich immer wieder, wie viele schöne Orte es hier gibt! Ein weiteres kleines Highlight war das Erdbeereisessen, da es in Panama sonst nirgends Erdbeeren gibt außer in Chiriqui.

Am nächsten Morgen schauten Maren und ich uns den Ort Boquete noch ein bisschen näher an. Wir sind durch das Örtchen spaziert, in dem es eigentlich nicht viel zu sehen gibt und haben dann noch fleißig Andenken und Geschenke gekauft. Am Nachmittag sind wir dann wieder zurück gefahren und haben uns den restlichen Tag mit der Familie des Chefs meiner Mutter unterhalten und mit den Kindern gespielt. Sonntags war dann auch schon wieder Tag der Abreise, doch vorher wurden wir noch der restlichen Familie vorgestellt. Anschließend sind wir, wie ich es immer beschreibe, in ein kleines „Paradies“ gefahren. Irgendwo mitten im Wald findet man einen kleinen Canyon, durch den sich türkisfarbenes Wasser schlängelt. Ohne zu zögern sind wir mitsamt Klamotten ins Wasser gesprungen und es war wirklich ein wunderschöner Abschluss unseres Kurztrips. Nach wunderschönen Tagen in Boquete haben wir uns nachmittags dann wieder auf den Weg nach Hause gemacht.

Ein paar Tage später meinte meine Mutter dann plötzlich, dass wir am nächsten Tag nach Colon, in das Haus meines Opas, fahren würden, da es einen Monat her war, seitdem er gestorben ist. Wir haben also unsere Sachen gepackt und uns am nächsten Tag auf den Weg gemacht. Ich habe mich eigentlich echt wieder riesig gefreut, da natürlich die ganze Familie wieder anwesend war. Auf Anhieb habe ich mich direkt wieder mit allen super verstanden und mich total integriert und völlig normal gefühlt, so als ob ich schon immer dabei gewesen wäre. Am Abend wurde gebetet und an meinen Opa gedacht. Die Nacht habe ich mit meinen Cousins und Cousinen verbracht, wir haben gespielt und erzählt, bis wir irgendwann alle eingeschlafen waren. Am nächsten Tag waren wir zusammen am Strand und waren zusammen im Meer baden. Für mich ist es immer noch etwas wirklich sehr besonders, quasi aus dem Bett zu fallen und fast am Strand aufzuwachen. Nachmittags hieß es dann leider schon wieder Abschied nehmen, da die meisten montags arbeiten mussten, allerdings steht jetzt schon fest, dass ich nächste Woche nach Colon darf, um meine Familie noch ein letztes Mal zu besuchen. Davon werdet ihr aber in meinem nächsten Blog lesen können.

Bis dahin

Eure Miriam