3.9.2018

Bericht #1 - Welcome to Wisconsin!

Hallo liebe Metropolregion Rhein-Neckar. Mein Name ist Kiara und ich bin im Schuljahr 2018/19 Jungbotschafterin in der USA. Ich werde euch mit diesem Blog für die nächsten 10 Monate auf den Laufendem halten und euch mit auf mein Abenteuer nehmen.

Ich wohne nun schon seit einem guten Monat in meiner neuen Heimat Edgar. Edgar ist mit knapp 1.500 Einwohnern ein sehr kleines Dorf im Bundesstaat Wisconsin. Die nächstgrößere Stadt ist Wausau, gut 15 Minuten entfernt. Die Entfernung zur Hauptstadt Madison und der größten Stadt Milwaukee liegt bei jeweils etwa 3 Stunden bzw. rund 300 Kilometer.

Jetzt aber erstmal zum Anfang. Die letzten Tage vor meiner Abreise am 8. August verbrachte ich damit, die Zeit mit Familie und Freunden zu genießen und mich um mein Gepäck zu kümmern. Oh ja, die ganze Gepäcksache lief dann doch nicht so wie gehofft, und letzten Endes stand ich  mit zwei übergewichtigen vollgestopften Koffern und einer riesen Handtasche am Flughafen. Aber naja was soll’s, was mit muss, muss eben mit. So machte ich mich also am frühen morgen des 8 August auf den Weg zum Frankfurter Flughafen, wo ich dann auf rund 100 weitere AFSer traf, deren Ziel auch der Chicago Airport war. Unter ihnen auch eine meiner besten Freundinnen Elif, die auch Jungbotschafterin ist und welche mich dazu gebracht hat, mich letztendlich für ein Auslandsjahr mit AFS zu bewerben.

Nach einem 9-stündigen Flug kamen wir dann in Chicago an und wurden direkt im Anschluss in ein Hotel gebracht, in welchem wir dann gemeinsam mit Leuten aus der ganzen Welt auf die Anschlussbusse warteten. Auf Grund der Zeitverschiebung zu Deutschland stieg ich dann also noch am selben Abend in den Bus, welcher mich zunächst nach Clintonville, Wisconsin, zu meinem Arrival Camp brachte wo ich übernachtete. Am Nachmittag des 9. August trafen wir dann nach langem nervösen warten auf unsere Gastfamilien. Nach einer einstündigen Autofahrt kamen wir dann endlich Zuhause an. Sobald meine Sachen ausgepackt waren und ich etwas gegessen hatte, fiel ich dann auch schon völlig übermüdet ins Bett.

Da meine Schule erst am 4 September anfängt, hatte ich bis dahin noch viel Zeit meine Gastfamilie näher kennenzulernen und viele coole Sachen mit ihnen zu unternehmen. An einem meiner ersten Tage in Wisconsin sind wir zum Beispiel gemeinsam zum Wisconsin River, um dort Kajak fahren zu gehen . Auch wenn ich es davor noch nie gemacht hatte, fiel es mir überraschenderweise sehr leicht mein Gleichgewicht zu halten. Es hat sehr viel Spaß gemacht und die Landschaft um den Fluss herum war auch unglaublich schön und vielfältig.

An einem der nächsten Tage gingen wir gemeinsam ins Kino und ich war sehr überrascht, denn in dem Kino hatte jeder einen mega coolen gemütlichen Sitz, den man mit Knöpfen verstellen kann und welcher eine hochklappbare Fussfläche hat. Da geht man doch um so lieber ins Kino. Da es mal wieder Zeit zum Rasenmähen war, packte mein Gastvater am nächsten Tag den fahrenden Rasenmäher raus und ich und meine Gastschwester fuhren auf dem großen Grundstück der Familie rum und mähten fleißig den Rasen. By the way, ich hätte niemals gedacht, dass Rasenmähen so viel Spaß machen könnte.

Am zweiten Wochenende nach meiner Ankunft hatte mein Gastvater für meine Gastmutter, meine Gastschwester und mich ein Hotelzimmer in direkter Nähe zur Mall of America in Minneapolis (Minnesota) gebucht, die etwa knapp 2 Auto-Stunden von Edgar entfernt ist . So machten wir uns also am Samstag morgen auf den Weg zur Mall of America. Angekommen und bereit zum Shoppen liefen wir also in die Mall. Das war mit Abstand die coolste Mall, in der ich je war. Sie erstreckt sich über 4 Etagen und 520 Shops, 50 Restaurants, ein Sealife und einen Nickelodeon Freizeitpark im Zentrum. Ich brauch euch wohl dann nicht erzählen, dass ich bei dieser Auswahl an Geschäften ordentlich shoppen war. Essen waren wir im Rainforestcafe welches wie der Name schon sagt, wie ein Regenwald dekoriert ist. Die zwei Tage Aufenthalt waren übrigens auch dringend nötig, den 520 Geschäfte in einem Tag ist nicht machbar.

Abgesehen von den coolen Ausflügen mit meiner Familie habe ich mich auch so schon gut eingelebt. Da mein Gastvater nämlich der Cross Country Coach der Schule ist, hat er mich zum ersten Training der Saison mitgenommen, welches hier typischerweise 3 Wochen vor Schulbeginn stattfindet. Es hat mir sehr Spaß gemacht und ich habe mich dazu entschieden mich für diesen Sport einzuschreiben. Somit hatte ich also ab diesem Tag jeden morgen ab 8 Uhr Cross Country Traning. Und somit war es dann auch vorbei mit ausschlafen.

Um es euch mal kurz zu erklären: Cross Country in den USA ist einfach gesagt Langstreckenlauf. Die Distanz hat beim Training keine festgesetzte Grenze . Bei den Wettbewerben jedoch beschränkt man sich für Jungen sowie Mädchen auf 3 Meilen, d.h. rund 5 Kilometer. Durch das tägliche Training habe ich schon einige Freunde gefunden, mit denen ich mich auch schon getroffen habe um Shoppen oder Essengehen.

Außerdem hatten wir auch schon unsere ersten zwei Wettkämpfe. Der eine war ziemlich außergewöhnlich, denn wir mussten einen knietiefen, matschigen Fluss sechs Mal durchqueren. Da wir Mädels die letzte Gruppe waren, gab es keine trockenen Stellen mehr zum festhalten oder ähnliches und somit beendeten wir den Wettkampf matschbedeckt und nass. Aber es hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht und es war ziemlich lustig den anderen Gruppen beim Durchqueren zuzusehen.

An dem zweiten und dritten Wochenende meines Aufenthaltes war ich mit Freunden aus dem Cross Country Team bei den Vorrundenfootballspielen unserer Schule, was auch mega cool war, da die Footballspiele meistens Themen-Nights sind, bei denen man sich zu verschiedenen Themen einkleidet. Außerdem sind sie eine gute Möglichkeit mehr Leute aus der Schule zu treffen und sie näher kennenzulernen.

Ich muss sagen ich bin sehr froh, mich in so kurzer Zeit schon so gut eingelebt zu haben, so viele liebe Leute kennengelernt zu haben und schon so viele Sachen erlebt zu haben.

Jetzt bin ich erstmal auf meinen Schulanfang gespannt und melde mich demnächst wieder bei euch.

Liebe Grüße aus Edgar Wisconsin !

Kiara