30.9.2018

Bericht #1 – Willkommen in Clifton, VA, USA!

Hi Metropolregion Rhein-Neckar,

mein Name ist Laurentien und ich verbringe mein Auslandsjahr in Clifton, Virginia, einer Stadt mit 71.000 Einwohnern an der amerikanischen Ostküste. Washington DC, die Hauptstadt der USA, ist nur 40 km, allerdings ca. 1 ganze Auto-Stunde entfernt, was hauptsächlich am Verkehr in der Metropolregion Washington/Baltimore (insgesamt rd. 10 Mio. Einwohner) liegt.

Am 08.08.2018 fing meine Reise am Frankfurter Flughafen an. Dort habe ich die Gruppe getroffen, mit der ich nach Washington DC geflogen bin. Wir waren nur 12 Jugendliche. Also eine relativ kleine Gruppe. Trotzdem haben wir fast unseren Flug verpasst und mussten am Ende alle zum Gate rennen. Wir haben es gerade noch so geschafft. Der Flug war sehr angenehm und knappe 8 Stunden später sind wir in Washington DC gelandet.

Nachdem wir durch alle Kontrollen durch waren und wir alle unser Gepäck gefunden hatten, ging alles ganz schnell. Drei andere AFSler (Tim, David, Esther) und ich wurden von AFS Virginia in Empfang genommen und zu einem Haus gefahren, in dem wir uns ausruhen durften und etwas essen konnten. Außerdem haben wir dort ein paar der anderen Austauschschüler aus den verschiedensten Ländern getroffen, zum Beispiel aus der Schweiz oder Thailand, die auch in Virginia wohnen. Wir hatten viel Spaß und haben uns schon ein bisschen besser kennengelernt. Am Abend wurden wir dann zu dem Haus gebracht, in dem wir übernachtet haben. Nachdem wir alle fast 24 Stunden wach waren, habe ich mich sehr auf mein Bett gefreut und trotz all der Aufregung sehr gut geschlafen.

Am nächsten Morgen sind wir dann zu einem dritten Haus gebracht worden. Dort haben wir fast alle der anderen Austauschschüler in Virginia getroffen (nur die Jugendlichen aus Italien und Japan nicht, da die erst einen Tag später als wir angekommen sind). Den Rest des Tages hatten wir dann unser Vorbereitungstreffen, bei dem wir nochmal ein paar Regeln durchgegangen sind und wir auf unser Leben hier vorbereitet wurden. Gegen 17 Uhr haben mich meine Gasteltern abgeholt und wir sind zu meinem neuen Zuhause gefahren.

Hier habe ich dann meine Gastschwester Katrina und die beiden Hunde „Ginger“ und „Gizmo“ getroffen. Eigentlich habe ich zwei Gastschwestern, aber Sarah ist schon auf dem College. Katrina ist 17 Jahre alt und wir haben uns von Anfang an sehr gut verstanden. Ich finde es echt cool, eine große Schwester zu haben, da ich in meiner Familie in Deutschland die Älteste bin. Außerdem genieße ich es sehr mit zwei Hunden zusammen zu wohnen und bin sehr froh, dass die beiden mich sofort voll und ganz akzeptiert haben.

Da meine Schule erst am 28.08 begonnen hat, hatte ich vorher noch ein paar Wochen Zeit, um mich einzuleben und Virginia ein bisschen besser kennen zu lernen. Da meine Gastmutter Lehrerin ist, war sie die ersten paar Wochen auch noch Zuhause und wir konnten viele Sachen unternehmen. Mein erster Ausflug ging nach Mount Vernon, das Haus von George Washington. Da ich sehr nah bei Washington DC wohne, lebe ich sozusagen mitten in amerikanischer Geschichte. Das bedeutet, dass es hier ganz viel zu entdecken gibt.

Mount Vernon ist nicht nur ein riesiges Haus, sondern auch umgeben von einem riesigen Grundstück auf einem Berg, mit einem Bauernhof, einem schönen Garten und einem wunderschönen Blick auf einen Fluss, der im Tal fließt. Das Haus sieht immer noch so aus wie zu der Zeit, als George Washington dort lebte (von 1754-1799). Auf dem zugehörigen Bauernhof leben immer noch ein paar Tiere und er wird immer noch so benutzt wie er zu Washingtons Zeiten benutzt wurde. Aber das mit Abstand Beeindruckendste für mich war der Ausblick, da ich das überhaupt nicht erwartet hatte. Der Fluss (Potomac River) sieht mehr aus wie ein riesiger See und man konnte sogar bis ans Ufer laufen, da zu dem Haus auch eine Anlegestelle gehört. Generell ist das Gelände wunderschön und mir hat es dort echt gut gefallen.

Mein zweiter Ausflug ging nach Washington DC ins American History Museum. Das Wort Museum hört sich erstmal nicht so interessant an, insbesondere wenn man sich überlegt, dass es mein erstes Mal in DC war. Aber ich muss sagen, es war echt interessant und es hat mit echt gut gefallen, so viele unterschiedliche Dinge von unterschiedlichsten Orten und Zeiten zu sehen. Von Washington DC selbst habe ich zwar bis jetzt noch nicht so viel gesehen, aber eine Stadt-Tour wird sicher noch folgen. Darauf freue ich mich.

Meine Gastmutter liebt das Musical „Mamma Mia“ und darum ist sie mit meiner Gastschwester und mir in den zweiten Teil ins Kino gegangen. Ich finde Kinos hier total cool, da man die Sitze verstellen und sogar die Füße hochlegen kann. Der Film hat mir sehr gut gefallen, allerdings werde ich kein Fan des amerikanischen Popcorns, da es hier überwiegend salzig gegessen wird und ich süßes einfach viel lieber mag.

Der letzte Ausflug bevor die Schule anfing, ging zu den Luray Caverns. Das ist eine riesige Tropfsteinhöhle in den Bergen Virginias. Der Begriff Berge ist allerdings ein bisschen übertrieben, wenn man aus Deutschland kommt und schon mal in den Alpen war. Die Höhle war riesig und wir haben über eine Stunde gebraucht, um sie zu erkunden. Es gab echt tolle Formationen zu entdecken. Eine sah zum Beispiel aus wie ein riesiger haariger Hund. Außerdem ist dort laut dem Guinness Buch der Rekorde, das größte Musikinstrument der Welt zu finden, die „Great Stalacpipe Organ“. Das ist eine Orgel, die Töne durch die verschiedenen Stein Formationen erzeugt. Die Formationen sahen ein bisschen aus wie Orgelpfeifen. Ich durfte die Orgel sogar spielen hören, als wir dort waren, was eine echt tolle Erfahrung war.

Ich hoffe, ihr habt einen kleinen Eindruck bekommen, wie es mir in meinem ersten Monat in den USA so ergangen ist. Wie mein erster Schultag war und was ich bis jetzt noch so alles erlebt habe, werde ich euch in meinem nächsten Blog erzählen.

Bis bald!

Laurentien