21.10.2018

Bericht #1 – Willkommen in Ashburn, Virginia, USA!

Hallo Metropolregion Rhein Neckar!

Mein Name ist Tim und ich freue mich schon sehr darauf, euch meine vielen Erfahrungen aus meinem neuen Lebensabschnitt näher zu bringen, ich bin seit 4 Wochen hier in den USA und habe euch schon wirklich sehr viel zu erzählen.

Kommen wir aber zuerst zum Anfang meiner großen Reise zurück: Ich hatte die ganzen Sommerferien Zeit, um mich auf mein neues Leben vorzubereiten und mich von meinem alten zu verabschieden, aber leicht ist mir das natürlich trotzdem nicht gefallen. Außerdem erfuhr erst 6 Tage vor Abflug (!), wohin in den USA es überhaupt für mich geht und bei welcher Gastfamilie ich das ganze Jahr verbringen werde! Das sorgte natürlich dafür, dass meine letzten Tage zuhause in der Heimat ein bisschen hektisch waren, aber zum Glück hat am Ende alles funktioniert und ich habe nichts vergessen.

Schon direkt bei der Ankunft habe ich gemerkt, dass sich die Lebenseinstellung hier in Amerika doch sehr von der deutschen unterscheidet, auch wenn manche Sachen ziemlich ähnlich sind. Meine Gastfamilie hat direkt am Flughafen gewartet, weshalb ich fast schon ein bisschen überrascht war, als sie plötzlich mit einem großen Plakat vor mir standen, aber das war wirklich sehr lustig.

Meine neue Stadt bzw. mein neuer Wohnort ist Ashburn im Bundesstaat Virginia. Das liegt nur rund 50 Kilometer westlich von der Hauptstadt Washington DC entfernt. Ashburn hat rund 45 000 Einwohner, ist also doppelt so groß wie meine Heimatstadt Schwetzingen, und bietet wirklich viele Sachen an. Verglichen mit meiner Heimat gibt es hier viel mehr Sportplätze und ebenfalls ein Baseball-Field, fast direkt neben meinem Haus.

Da meine Schule erst eine Woche nach meiner Ankunft begann, hatte ich noch etwas Zeit um meine Gastfamilie besser kennenzulernen, und wir haben einige Sachen zusammen unternommen. Wir waren unter anderem Angeln und richtiges BBQ essen: unglaublich lecker! Was das Essen angeht, sind die Amerikaner wirklich nicht die gesündesten, und es wird insgesamt auch wirklich viel Fleisch gegessen, aber viele Sachen sind unglaublich lecker und schon ein fester unverzichtbarer Bestandteil meines Alltags geworden, dazu zählt zum Beispiel auch passend zum Herbstbeginn Pumpkin Pie (Kürbiskuchen).

Dann stand auch schon die Schule vor der Tür, und die ist wirklich anders als in Deutschland. Man kann die High School mit den typischen Klischees aus Filmen und Büchern wirklich sehr gut beschreiben. Die Schulen sind aber von Staat zu Staat sehr unterschiedlich, zum Beispiel Schulstart und Ende. Das variiert sogar in den unterschiedlichen Bezirken enorm, so habe ich erst um 9:15 Schule und andere Austauschüler schon um halb 8 oder 8.
Da ich erst sehr spät angekommen bin, war es schwieriger für mich, eine der vielen Sport Aktivitäten beizutreten, aber derzeit spiele ich Lacrosse. Das hatte sich angeboten, da meine Gastfamilie ziemlich Lacrosse-verrückt ist, und ich das noch nie vorher ausprobiert habe. Falls ihr nicht genau wisst was Lacrosse ist, es ist ein Spiel, das auf die Native Americans zurückgeht und bei dem man mit seinem Stick, an dem eine Art Fangnetz angebunden ist, ähnlich wie beim Feld Hockey ein Tor schießen muss, aber inklusive Checks. Man könnte auch sagen, es ist eine Mischung von Elementen von Fußball, Ice Hockey und ein bisschen Handball, klingt sehr interessant und das ist es auch!

Insgesamt spielt der Sport an den Highschools und in der amerikanischen Bevölkerung allgemein wirklich eine sehr große Rolle und wird sehr gefördert, insbesondere Football. Bei den Footballspielen unserer High School ist immer eine richtig gute Stimmung, dabei steht aber eher das „Social Meeting“, also sich zu treffen im Vordergrund, nicht das eigentliche Spiel.

Der Unterricht an den amerikanischen Schulen ist nach meinen ersten Eindrücken nicht ganz so anspruchsvoll wie an deutschen Schulen, wobei es natürlich von den Fächern und den “Levels” (Schwierigkeits-Niveau) abhängt, die man selber wählen kann. Im Großen und Ganzen ist das Leben an einer amerikanischen High School im Vergleich zu einem deutschen Gymnasium meines Erachtens etwas leichter und mit mehr Freizeit verbunden. Vor allem die Aktivitäten nach der Schule sind für jeden wichtig. Das Spektrum ist sehr interessant und reicht vom „Anime Club“ bis zum „Winter Guard“ (was auch immer das ist – ich werde es herausfinden…)

Ein weiteres Highlight meines Auftakts hier war dann noch der „Washington D.C. Day“, an dem sich alle Austauschschüler aus dem AFS-Bezirk getroffen haben und dann gemeinsam nach Washington gefahren sind. Es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht mit so vielen Menschen aus unterschiedlichen Nationen zusammen zu sein. Und Washington war sowieso auf meiner „To do“-Liste, also wirklich ein sehr gelungener Tag. Außerdem durften wir das Weiße Haus besichtigen, was auf jeden Fall ein besonderes Erlebnis ist. Last not least kam es im Rahmen des Trips zu einem Wiedersehen mit meiner Jungbotschafter-Rhein-Neckar-Kollegin Laurentien, die, wie ihr ja lesen konntet, auch in Virginia lebt und zwar gerade mal nur 35 km weiter südlich von mir.

Das war mein vorerst erster Eindruck, und ich hoffe ich konnte euch schon einen kleinen Einblick in meinen Alltag geben. Ich wünsche euch einen gesunden Übergang in die kalten Tage (nicht so wie ich) und bis zum nächsten Mal!

Grüße, Tim