12.11.2018

Bericht #2 – Highschool-Highlights…

Hallo liebe Metropolregion Rhein-Neckar!

Ich bin nun schon eine Weile hier und es ist eine Menge passiert, von dem ich euch noch nicht berichtet habe...

Als erstes möchte ich euch von meinem Schulstart in den USA erzählen. Welcher unglaublich spannend, aber auch anstrengend war, den es gibt riesen Unterschiede zwischen deutschen und amerikanischen Schulen.

Einer der größten Unterschiede sind die Kurse bzw. Fächer, die man hier zur Auswahl hat. Denn hier werden nicht nur die üblichen Fächer wie Englisch, Mathe, Biologie, Geschichte und Deutsch angeboten, sondern auch Kurse wie „Digital Photography“, „Baking and Pastry“, Choir (Chor) und last not least im sehr landwirtschaftlich geprägten Staat Wisconsin viele Kurse für „Future Farmers“. Die Kurse sind einfach viel kreativer und helfen den Schülern, die schon wissen was sie nach ihrem Abschluss machen möchten schon mal Basics zu lernen.

Die einzigen Kurse, die alle Schüler hier verpflichtend besuchen müssen sind Englisch, Mathe und US History (Amerikanische Geschichte). Jedoch müssen sie diese nur ein Semester pro Jahr besuchen und können ihren restlichen Stundenplan nach ihren eigenen Interessen wählen. Für den Zeitraum eines Semesters hat man hier aber jeden Tag denselben Stundenplan.

Man hat hier außerdem noch die Möglichkeit, College Online Kurse zu besuchen, an welchen man dann von Zuhause oder vom Computerraum aus teilnimmt. Diese Kurse sind sehr bedeutend, denn sie verschaffen den Schülern College-Punkte, welche man über seine vier High School Jahre sammelt, um dann nach Schulabschluss auf einem guten und angesehenen College angenommen zu werden und dort eventuell Stipendien zu bekommen.

Ein weiterer großer Unterschied ist Schulsport. In Deutschland ist es üblich, dass man eine Sportklasse pro Stufe hat in welcher man viele unterschiedliche Sportarten erlernt, sich aber nie auf etwas Bestimmtes konzentriert. Hier jedoch hat man in der Schule verschiedene Sportarten die je nach Jahreszeit variieren und welche sehr ernst genommen werden. Die Sportarten an meiner Schule sind im Herbst Football, Volleyball und Cross Country, im Winter Wrestling und Basketball und im Frühling bis zu den Sommerferien Softball, Baseball und Track and Field (= Leichtathletik). Jeder Schüler nimmt eigentlich an mindestens einer Sportart pro Jahr teil, jedoch ist die Mehrzahl der Schüler das ganze Jahr über sportlich beschäftigt.

Das Training findet direkt nach der Schule statt, welche um 15:15 Uhr endet, somit ist es also üblich, dass das Training bis 18 Uhr dauert. Unpünktlichkeit und Nicht-Erscheinen wird dabei unglaublich ernst genommen. Wettbewerbe und Spiele finden so eigentlich jedes Wochenende statt und meistens ist auch ein Großteil der ganzen Schule anwesend um anzufeuern. Zusammengefasst muss ich sagen, dass mir die Schule hier eigentlich sehr Spaß macht und im Vergleich zu Deutschland auch ziemlich leicht fällt, jaaa, richtig gehört.

Mein persönliches Highlight diesen Monat war jedoch das typisch amerikanische Schul-Event „Homecoming“, von dem ich euch gerne etwas mehr erzählen möchte. Den zu diesem Event gehört viel mehr dazu, als nur der Ball alleine. Die Aufregung fängt schon Wochen davor an und alle Mädels können sich sicher denken warum: die Kleidersuche! Für den „Homecoming-Dance“ ist es üblich kurze Kleider zu tragen. Es gibt sogar eine Liste, bei der man ein Bild von seinem Kleid reinsteckt und seinen Namen drauf schreibt, um sicherzugehen, dass kein anderes Mädchen dasselbe Kleid kauft. Die meisten kaufen ihr Kleid jedoch schon mindestens einen Monat vorher, um ihren männlichen Dates genug Zeit zu geben, zum Beispiel die passende Krawatte zu dem Kleid zu finden.

Wenn die ganze Kleidersuche dann beendet ist, geht es in der Schule weiter mit den Vorbereitungen. Unser diesjähriges Motto war „Throwback“ (sinngemäß also Rückversetzung in alte Zeiten) und somit hatte jede Stufe der Highschool (Klassenstufen 9 bis 12) ein anderes Jahrzehnt als Thema. In der Woche von dem Ball hat man dann so gut wie keinen regulären Unterricht und es wird ein Wettbewerb unter den Stufen veranstaltet. Jede Stufe hat verschiedene kreative Aufgaben zu erledigen und bekommt je nach Kreativität Punkte. Die Stufe mit den meisten Punkten gewinnt am Ende und bekommt einen ganzen freien Schultag geschenkt. Jede Stufe bekommt einen Flur (Hallway) im Schulgebäude zugeteilt, welchen sie dann so kreativ wie möglich dekorieren muss. Des Weiteren muss ein kleines Theaterstück zusammengestellt werden und es müssen Fenster angemalt werden. Während der ganzen Homecoming-Woche verkleidet man sich jeden Tag nach dem vorgeschriebenen Motto. Wir hatten beispielsweise „All Jeans Day“ oder eben „Throwback Day“ an welchem man sich passend zu seinem Jahrzehnt verkleiden sollte.

Jetzt kommen wir aber mal zum Tag des Balles, welcher ein Samstag war. Am frühen Morgen gab es für mich leider kein ausschlafen, denn es stand ein Cross Country Rennen an. So fuhren wir also um 6 los um pünktlich im 2 Stunden entfernten Rapids anzukommen. Nach dem Rennen wollten also alle nur schnell nach Hause um genug Zeit zum Fertigmachen zu haben. Wir kamen also um 14 Uhr wieder Zuhause an und ich und einige Freundinnen fingen an uns fertig zu machen. Wir trafen uns dann später beim Haus meiner Freundin, welche bei einer Farm wohnt und einen eigenen See hat, denn hier konnten wir viele schöne Bilder machen. Nachdem wir also einige Bilder gemacht hatten, sind wir dann gemeinsam nach Wausau, die nächstgrößere Stadt gefahren und haben zu Abend gegessen. Als wir dann später beim Homecoming Dance in der Sporthalle ankamen, trafen wir dann unsere anderen Freunde und der Spaß begann. Bevor jedoch getanzt wurde, wurden noch traditionsgemäß Homecoming Queen und King gekrönt. Der Abend hat unglaublich viel Spaß gemacht. Es wurden viele Bilder geschossen und viel getanzt. Ich bin zwar traurig, dass es mein erstes und letztes amerikanisches Homecoming war, jedoch bin ich sehr glücklich diese tolle Erfahrung gemacht haben zu können.

Ich hoffe ich konnte euch einen persönlichen Einblick in das amerikanische Schulsystem und die Tradition des „Homecoming“ geben und hoffe auch, dass es euch allen gut geht.

Viele liebe Grüße und bis zum nächsten Mal!

Kiara