21.11.2018

Bericht #2 – Schulalltag in Irland…

Hey ihr Lieben,

wie versprochen, möchte ich euch heute ein bisschen von meiner ersten Schulwoche erzählen und wie sich die Schule hier in Irland von unserer in Deutschland unterscheidet. Nachdem ich gerade mal zwei Tage bei meiner Familie war, begann auch schon die Schule. Obwohl die Schule hier erst um 9 Uhr beginnt, bin ich schon deutlich früher aufgewacht, weil ich so aufgeregt war. Nachdem ich dann das erste Mal meine Schuluniform angezogen und gefrühstückt hatte, ging es auch schon los. Meine Gastmutter arbeitet im Sekretariat der Schule, was den großen Vorteil hat, dass sie mich und meine Gastbrüder morgens immer zur Schule fahren kann und am Nachmittag wieder mitnimmt. Denn hier in Irland auf dem Land gibt es so gut wie keine öffentlichen Verkehrsmittel und man ist damit auf ein Auto angewiesen.

Angekommen in der Schule habe ich meinen Stundenplan bekommen und wurde zu meiner ersten Stunde geführt, die Geographie war. Ich hatte Glück, denn das Thema, das gerade im Unterricht behandelt wurde, hatten wir bereits in Deutschland besprochen und daher habe ich relativ viel verstanden. Eine meiner Mitschülerinnen hat mich danach zu meiner nächsten Stunde gebracht, wofür ich sehr dankbar war, weil ich mich noch absolut gar nicht in der Schule auskannte. Meine nächste Stunde war Business und das war sehr hart, denn dadurch, dass wir ein solches Fach in Deutschland gar nicht haben, wusste ich nicht sehr viel über das Thema. Ganz zu schweigen von den mir fehlenden Vokabeln.

Anschließend hatten wir Pause und offen gestanden hatte ich ein bisschen Angst, dass ich alleine sein werde, aber tatsächlich war das gar kein Problem, denn einige nette Irinnen haben sich mit mir unterhalten, sodass ich gar keine Zeit hatte, mich alleine zu fühlen. Obwohl der Schultag in Irland immer relativ lange ist, ging dieser erste Tag wie im Flug vorbei. Die nächsten paar Tage waren ähnlich aufregend, denn jeden Tag hatte ich neue und spannende Fächer, die wir in Deutschland so gar nicht kennen. Ein Beispiel ist „Home Economics“, das habe ich vier Stunden die Woche. In den zwei Einzelstunden machen wir Theorie, sprechen also darüber, ob unser Essen gesund ist oder was der Grund für das Gegenteil sein könnte. In der Doppelstunde dagegen kochen bzw. backen wir selber.

Ein anderes Schulfach, das wir in Deutschland nicht haben ist Retreat. Dort lernen wir etwas über Verantwortung, denn in den nächsten Wochen werden wir einen Schultag für die 5. Klässler organisieren. Das bedeutet, jeder ist einem Fach zugeteilt wie beispielsweise Kunst, und dann müssen wir uns überlegen, was wir in dieser Stunde mit den Kindern machen wollen und welches Material wir brauchen und so weiter. Andere interessante Fächer, die wir in Deutschland so nicht haben, sind Pilates und Microsoft-Office, dort lernen wir wie man beispielsweise mit „Power Point“ umgeht.

Das Schulsystem ist in Irland etwas anders aufgebaut, als in Deutschland. Die „Secondary School“ also eine Art Gymnasium beginnt hier erst mit 12/13 Jahren. Nach drei Jahren Schule schreibt man eine Prüfung, die man als Abschlussprüfung der Mittelstufe bezeichnen könnte („Junior Certificate“). Danach gibt es ein Jahr, das sich „Transition Year“ nennt. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt weniger auf akademischen Aspekten, als vielmehr auf der Entwicklung der Persönlichkeit. In diesem Jahr bin ich und ich bin super glücklich, denn wir machen viele Ausflüge und Workshops und lernen interessante Dinge.

Heute zum Beispiel kam Dave Rudden zu uns in die Schule, das ist ein bekannter irischer Schriftsteller und er hat uns Tipps zum Schreiben von Kurzgeschichten, Aufsätzen oder sogar Romanen gegeben.

Ein ganz großer Unterschied ist natürlich auch die Schuluniform. Am Anfang ist es ein bisschen ungewohnt, aber ein großer Vorteil ist auf jeden Fall, dass es morgens viel Zeit spart.

Ich hoffe wir sehen uns bald wieder. Bis dahin alles Liebe

Johanna