26.11.2018

Bericht #2 - Highlights meiner ersten Monate

Hallo Metropolregion Rhein-Neckar,

ich bin´s wieder, Laurentien, so langsam geht mein dritter Monat in den USA zu Ende und seit meinem letzten Blog ist eine ganze Menge passiert.

Reinkommen in den Schulalltag

Am 28.08.2018 hatte ich meinen ersten Schultag. Ich war total aufgeregt, habe mich aber auch sehr darauf gefreut. Ich gehe zur Centreville High School, welche ca. 20min zu Fuß von meinem Haus entfernt ist. Meine Schule hat ca. 2700 Schüler, also fast 2000 Schüler mehr als meine Schule zuhause in St. Leon-Rot. Das war einer der Gründe, warum ich an meinem ersten Tag ein bisschen nervös war. Allerdings hat sich herausgestellt, dass man von den vielen Schülern gar nicht so viel mitbekommt, da die Schule sehr groß ist. Nur zwischen den Unterrichtsstunden, wenn man das Klassenzimmer wechseln muss, merkt man es ein bisschen, da auf den Gängen sehr viel los ist. Ich war auch ein bisschen aufgeregt, da ich ja niemanden in meinen Klassen kannte. Doch alle haben sich gefreut, mich kennen zu lernen und waren sehr nett zu mir.

Als als es dann zur Mittagspause („lunch break“) ging, wusste ich nicht so genau, wo ich sitzen sollte. Doch ich habe schnell einen Platz gefunden, da mich ein Mädchen aus meiner Psychologie-Klasse sah und fragte, ob ich mich zu ihr setzen möchte. Alles in allem war mein erster Schultag sehr aufregend, aber auch sehr spaßig, da alles neu war. Allerdings hat sich in meiner ersten Schulwoche herausgestellt, dass ich nicht in den richtigen Klassen bin und darum habe ich nach der ersten Woche fast alle meine Klassen gewechselt. In meinem nächsten Blog werde ich darauf und auf das amerikanische Schulsystem ein bisschen genauer eingehen.

Am 01.09.2018 hatte ich dann meinen 16. Geburtstag. Es war sehr komisch für mich, meinen Geburtstag ohne meine Familie zu feiern. Der Tag war aber trotzdem sehr schön. Meine Gastfamilie hat mich übers Wochenende mit nach Virginia Beach (dem Strand in Virginia, welcher ca. 4 Stunden von mir entfernt ist) mitgenommen. Da wir den Montag frei hatten, konnten wir sogar 2 volle Tage dort verbringen. Virginia Beach ist ein sehr beliebter Urlaubsort am Atlantik. Ich habe dort auch zum erstem mal Delfine in freier Wildbahn gesehen! Das Wochenende dort habe ich sehr genossen und da wir sehr schönes Wetter hatten, konnte ich sogar im Meer schwimmen gehen.

Ausflug in die Hauptstadt

Nach meinem Geburtstag waren die nächsten Wochen erstmal ziemlich vollgepackt mit Schule. Da meine Gastmutter allerdings auch im September Geburtstag hat, sind wir für ihren Geburtstag zu einer Burning Man Ausstellung in Washington DC gefahren. Der Burning Man ist ein Kunst-Festival, das jedes Jahr in der Wüste von Nevada stattfindet. Die Ausstellung war echt interessant, da ich diese Art von Kunst in einer Ausstellung noch nie gesehen hatte. Am besten hat mit der “wood room” gefallen. Dieser bestand komplett aus Holz und jeder konnte auf kleine Holzplatten etwas schreiben und diese dann irgendwo im Raum verteilen.

Am 28.09.2018 hatte ich dann den DC day mit AFS. Dort sind alle Austauschschüler aus Virginia nach DC gekommen und wir haben den Tag dort verbracht. Dort habe ich auch meinen MRN-Kollegen Tim wiedergesehen, der auch in Virginia und nur ca. 35 min. von mir weg wohnt.

Als erstes hatten wir eine Tour im Weißen Haus. Das war echt cool, weil wir uns anschauen konnten, wie der US-Präsident so lebt. Unter anderem war da ein Fußball Tor im Garten, da Trumps Sohn gerne Fußball spielt. Am besten haben mir aber die ganzen Gemälde von ehemaligen Präsidenten gefallen, die in fast jedem Raum hingen. Danach haben wir noch ein paar der Monumente und Denkmäler in Washington besucht. Das “Korean War Veterans”, und das “Vietnam Veterans” Memorial sind Andenken an all die, die in den beiden Kriegen gefallen sind. Insbesondere das Vietnam Memorial war beeindruckend und traurig zugleich. Am allerbesten hat mir aber das Lincoln Memorial gefallen, da es so groß ist und man von dort einen tollen Blick auf das Washington Memorial und das Kapitol hat. Die Statue von Abraham Lincoln war aber wahrscheinlich am beeindruckendsten, da sie so groß ist. Es sieht so aus, als würde er über die ganze Stadt schauen. Ein sehr interessanter fun fact über Washington DC ist, dass kein Gebäude höher als das Capitol sein darf. Das bedeutet, dass es dort überhaupt keine Hochhäuser gibt. Ich finde aber, dass es DC sehr besonders macht.

Homecoming und Halloween

Das nächste große Event war dann „Homecoming“. „Homecoming“ ist ein Schulball, bei dem der Start des neuen Schuljahres gefeiert wird. „Homecoming“ ist eine Woche lang und an jedem Tag gibt es ein anderes Motto zum Verkleiden. Während der Mittagspause gibt es jeden Tag Musik und kleine Spiele, bei denen die Klassenstufen gegeneinander antreten. Am Ende der Woche ist dann eine Pep Really bei der die ganze Schule teilnimmt. Bei der Pep Really werden alle Team Captains der Schulmannschaften aus der Herbst Saison vorgestellt, die Cheerleader und das Tanzteam treten auf und alle sind sehr gut drauf. Außerdem wird der Homecoming Court vorgestellt. Das sind jeweils ein Junge und ein Mädchen aus jedem Jahrgang, außer aus der 12. Klasse. Da sind es 2 Jungs und 2 Mädchen, welche die ganze Schule im Voraus gewählt haben. Aus diesen 10 Schülern werden dann Homecoming King und Queen gewählt. Diese werden am Abend während des Homecoming Football Spiels ernannt. Am Samstagabend ist der Ball. Ich war mit meinen Freundinnen auf dem Ball und ich hatte einen echt tollen Abend. Wir haben uns alle vor dem Ball getroffen, um uns zusammen fertig zu machen. Nachdem wir alle fertig waren, sind wir zusammen Abend essen gegangen. Nach dem Essen haben wir dann ganz viele Bilder gemacht und um 20 Uhr sind wir zur Schule gefahren, wo der Ball stattgefunden hat.  Wir haben alle getanzt und hatten eine Menge Spaß. Nachdem wir dann fast 4 Stunden getanzt haben, sind wir zusammen zu iHop (einem 24h Frühstücksrestaurant) gefahren und haben nochmal gegessen. Homecoming ist auf jeden Fall etwas, dass ich nie vergessen werde.

Nach Homecoming verging die Zeit ziemlich schnell und es war schon Ende Oktober und Halloween war fast da. Halloween wird hier viel mehr gefeiert als in Deutschland. Für manche ist es sogar wichtiger als Weihnachten. Die Halloween Dekorationen sind hier auch viel größer. Viele haben sogar einen ganzen „Friedhof“ im Vorgarten. Halloween fängt quasi hier schon Wochen vorher an und man kann zu ein paar echt coolen Dingen, wie zum Beispiel Haunted Houses oder Haunted Trails gehen. Der Ort in dem ich wohne, organisiert zum Beispiel jedes Jahr einen Haunted Trail, zu dem mich meine Gastfamilie mitgenommen hat. Um ehrlich zu sein, habe ich mich wirklich manchmal echt ziemlich erschreckt. Aber ich hatte auch eine Menge Spaß an dem Abend. An Halloween selbst habe ich allerdings nicht wirklich viel gemacht. Meine Gastfamilie und ich sind zu Freunden gegangen und wir haben Süßes an die Kinder verteilt. Dann sind meine Gastschwester und ich ein bisschen durch die Nachbarschaft gelaufen und haben auch ein bisschen Süßes oder Saures gesammelt. Außerdem hatten wir ein Haunted House in der Nachbarschaft, das wir besucht haben. Es war auf jeden Fall sehr interessant zu sehen, wie wichtig Halloween in den USA ist im Gegensatz zu Deutschland.

Das war alles, was ich in den letzten zwei Monaten so alles erlebt habe. In meinem nächsten Blog werde ich euch mehr über das amerikanische Schulsystem erzählen und auch von meinem ersten Thanksgiving. Außerdem wird mich meine Gastfamilie mit nach New York City nehmen, worauf ich mich schon sehr freue.

Bis zum nächsten Mal

Eure Laurentien