14.1.2019

Bericht #3 – Highlights der ersten Monate (Teil 1)

Liebe MRN,

ich kann es nicht fassen wie schnell die ersten vier Monate hier vergangen sind. Und ich muss mich echt bei euch entschuldigen, dass ihr bis jetzt so wenig von mir gehört habt. Ich glaube es ist jetzt an der Zeit Werbung für ein Austauschjahr zu machen auch oder ganz besonders in Osteuropa.

Highlight: Neue Schule

Wie schon früher erwähnt, genieße ich meine neue Schule sehr. Weil sie so klein ist, ist die Atmosphäre sehr familiär. Viele kleine aber auch große Highlights habe ich schon dort erlebt von denen ich ein paar mit euch teilen will.

Ein Highlight, ganz besonders im Sommer, ist der Sound der Musikschule. Sofort nachdem man die Schule betritt, hört man den Klang von den verschiedensten Instrumenten und Stimmen aus allen Ecken und Enden des Gebäudes. Manche Schüler haben Unterricht, üben in Räumen, im Innenhof oder auf dem Gang oder jemand singt einfach vor sich hin. (mit einer perfekten Jazzsingerstimme) Es ist jedes Mal wieder ein Genuss in der Schule anzukommen.

Ein anderes kleines Highlight kommt einfach daher, dass ganz „viele“ (knapp 100 Schüler in der Oberstufe plus ca. 90 Lehrer) Freaks an einem Ort versammelt sind und Zeit miteinander verbringen. An einem Tag saßen meine Klasse und ich gemeinsam vor einer Unterrichtstunde auf dem Gang und warteten auf den Lehrer, während eine Putzfrau ein Zimmer nebenan saugte. Ein Mädchen aus meiner Klasse mit absolutem Gehör erhörte, dass das Geräusch des Saugers dem Ton A entsprach. Und schon fingen wir an, gemeinsam Akkorde auf dem A zu singen. Ich weiß nicht ob sich das für euch genauso cool anhört wie für mich, aber solche kleinen Highlights machen mich immer wieder glücklich und meine Tage besser.

Eins meiner großen Highlights war der 150. Geburtstag meiner Schule hier. Die Vorbereitungen begannen schon knapp einen Monat bevor der eigentliche Geburtstag war, indem wir einen Image-Spot gedreht haben. Für die knapp 2 ½  Minuten Clip sind wir zwar ungefähr vier Stunden in der Sommerhitze durch die Stadt gerannt, aber als wir das Ergebnis das erste Mal gesehen haben, wussten wir, dass es das definitiv wert war. Hier findet ihr den Clip.

Am 16. Oktober war dann wie immer ein Tag vor dem Schulgeburtstag eine Schulchallenge zwischen allen Stufen und allen Klassen. Es wurde erwartet gemeinsam mit der ganzen Klasse und der zu Verfügung stehenden Instrumenten ein unterhaltsames Programm vorzubereiten. Welche Art von Genre der Stücke und die Länge des Programms waren komplett uns überlassen. Es ging um die Ehre und eine große Sahnetorte und so begannen wir 5 Tage vorher (andere schon einen Monat vorher) unser Stück, ein Cover von dem Pentatonix Cover von Hallelujah (Leonard Cohen), vorzubereiten. Wir haben zwar nicht gewonnen, es war aber eine definitiv schöne Erfahrung mit meiner Klasse und viel Lob gab es trotzdem. ;)

Am Schulgeburtstag selbst hatten alle frei und am Abend war ein großes Gala Konzert, mit alten Schülern der Musikschule die jetzt Konzerte auf der ganzen Welt spielen, in der großen alten Synagoge von Subotica. 

Mein 18. Geburtstag

Einen anderen Geburtstag gab es auch in dieser Zeit zu feiern. Vielleicht ist das einer der größeren Bedenken bevor einem Auslandsjahr. Wie wird das nur werden mit meinem Geburtstag! Dieselben Bedenken hatte ich auch ganz besonders, weil es mein 18. Geburtstag war. Ich rappelte mich trotzdem eine Woche vorher auf und organisierte eine Feier in meinem Garten am Sonntag nach meinem Geburtstag. Von meinem Geburtstag selbst erwartete ich nicht viel; ich backte nur einen Kuchen, um ihn mit meinen Klassenkameraden zwischen den Schulstunden gemeinsam zu essen. Als ich anfing den Kuchen aus der Verpackung zu schälen, wurde ich ziemlich unerwartet mit Konfetti beschossen und meine Klasse gab mir ein Geschenk ein T-Shirt das ich auch auf den Bildern trage. Das hatte ich nicht erwartet und ich war sehr glücklich. Später sind auch noch meine Austauschkollegen aus Subotica vorbeigekommen, um mir zu gratulieren. Meine Feier selbst war auch ein Erfolg und mit den Leuten die ich damals eingeladen habe bin ich mittlerweile befreundet.

Ich bin wirklich glücklich mit dem ersten Halbjahr hier und um euch nicht mit zu vielen Informationen in einem Bericht zu bombardieren, werde ich nächstes Mal noch ein paar mehr Highlights aus dem ersten halben Jahr hier erzählen.

Bis dahin alles Gute,

Timon