31.3.2019

Bericht #4 – Springtime in Virginia

Hallo Metropolregion!

Ich schreibe mal wieder hier aus den USA, es ist schon eine ganze Weile her, seit dem Beginn des neuen Jahres - die Zeit fliegt einfach so dahin, und langsam werden die Temperaturen hier in Virginia auch schon angenehm frühlingshaft. Mit der Zeitumstellung und den jetzt länger hellen Tagen, kommen auch an der US-Ostküste schon langsam Frühlingsgefühle auf. Ich freue mich schon sehr auf den heißen Sommer, der Winter hier war der schneereichste, den ich bisher erlebt habe, insgesamt hatten wir ungefähr 6 „Schneetage“ (unterrichtsfrei) und zahlreiche 2-Hour-Delays (späterer Unterrichtsbeginn) in der Schule.

Starten möchte ich den Bericht mit dem Halbjahrestreffen von AFS. Was macht man bei knapp über 5 Grad Celsius? Richtig: Schwimmen im Meer. Und genau dafür haben wir uns Anfang Februar in Sand Bridge, einem Ort in der Nähe von Virginia Beach, getroffen. Sand Bridge ist eine kleine Community von Häusern direkt am Strand, und irgendwie kam dort schon ein bisschen Urlaubsfeeling auf, doch spätestens mit dem Baden im eiskalten Meer wurde einem klar, dass es doch noch ein bisschen zu kalt ist. Doch ich werde vermutlich im Sommer noch einmal an den Strand von Sand Bridge kommen, worüber ich mich schon sehr freue. Zu sehen das jetzt schon die letzten drei Monate meines Aufenthalts angebrochen sind, und ich schon 6 Monate hier bin, ist einfach nur unglaublich. Die Zeit ist einfach so dahingeflogen - wie wahrscheinlich jeder Austauschschüler nur bestätigen kann.

Letzten Monat habe ich mir endlich den Wunsch erfüllt, zu einem Washington Capitals Ice Hockey Spiel zu gehen. Die Washington “Caps” wurden in der letzten Saison StanleyCup Champions, und sind somit im Augenblick das vermutlich beste Ice Hockey Team der Welt, weshalb das Stadion dementsprechend auch gefüllt war. Das Spiel war auf jeden Fall super, die Capitals haben auch gewonnen, aber irgendwie habe ich etwas die Atmosphäre vermisst. Im Gegensatz zu der deutschen Fankultur gibt es hier in den USA einfach kaum organisierte Fans, so wie man es in der Metropolregion Rhein-Neckar z.B. von den Adlern Mannheim kennt. Das heißt, es war im Vergleich zur SAP-Arena manchmal ziemlich leise für so eine riesige Halle (die Capital One Arena fasst gut 20.000 Zuschauer bei Eishockeyspielen, d.h. noch ein paar Tausend mehr als in Mannheim). Die Erfahrung jedoch, die wohl besten Spieler der Welt live vor Ort zu sehen, war einfach nur unglaublich und mir ist auf jeden Fall ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen.

Eher spontan nahm ich dann noch am AFS Ski Trip teil, bei dem wir für 3 Tage in Pennsylvania Ski/Snowboard gefahren sind. Daran sieht man natürlich auch wieder wie groß die USA ist, man hat hier warme und kalte Klimazonen in einem Land, was alles ein bisschen praktischer macht als für uns Europäer, wenn wir dem kalten Wetter entkommen wollen, müssen wir irgendwo in den Süden in ein anderes Land mit anderer Sprache.

Da jetzt die Spring Saison für die Sportarten angefangen hat, veranstalten die amerikanischen High Schools „Fundraiser“, um Geld für Gerätschaften einzuwerben. Das funktioniert in der Regel wirklich gut, da insbesondere Eltern sehr engagiert und hilfsbereit sind, wenn es um den Sport der Kinder geht. Dieses Wochenende hatten wir einen sogenannten „Mulch Fundraiser“, an dem die Schule Garten-Mulch an Leute verkauft hat. Die Lacrosse Teams haben zusammen mit den Leichtathletik-, Baseball- und Fußball-Teams die Mulchsäcke geliefert, wobei Schüler und Trainer mit ihren Autos gekommen sind. Und hierbei merkte man mal wieder wie praktisch die in USA so weit verbreiteten Pick Ups für solche Zwecke sind. So hatten wir locker mal 25 Säcke in unserem Pick Up geladen.

Jetzt stehen auch schon die Frühlingsferien an, in denen ich mit einem Freund zusammen nach Florida in den Sunshine State fliegen werde und danach geht es auf nach New York, ich freue mich schon riesig und werde sicher viel zu erzählen haben.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Tim