5.4.2019

Bericht #4 – Neue Eindrücke im Süden

Liebe MRN,

ereignisreiche Tage auf meinem Mini-Austausch liegen hinter mir, die ich mit euch in einem Bericht mit teilen will.

Mini Austausch?!

Der Mini Austausch ist ein Projekt von AFS Serbien das in der zweiten Hälfte des Austauschjahres stattfindet. (in der ich schon angekommen bin :0) Der Sinn des ganzen ist das wir Austauschschüler für eine Woche genau in der gegenteiligen Umwelt verbringen als wir es normal sind. Ich lebe zurzeit in einer Stadt mit 100.000 Einwohnern im Flachland ganz im ungarisch geprägten Norden. Das hieß also für meinen Mini-Austausch: Süden, Berge, Dorf und eine Region mit vielen Serben.

Was das heißt und was ich so erlebt habe, erfahrt ihr jetzt.

Kulturschock Nummer 2

Nach sieben Monaten in Serbien hatte ich wirklich gedacht mich mittlerweile an alles soweit gewöhnt und den Kulturschock überwunden zu haben. Das war nicht der Fall. Gornji Milanovac, eine kleine Stadt in Zentralserbien, hatte noch einmal viel Neues für mich in Petto.

Erst einmal: Berge! Ich war nach einem halben Jahr im Flachland nicht mehr daran gewöhnt einfach mal nur bis zum nächsten Hügel schauen zu können, was dann auch erstmal ein komisches Gefühl war. Auch das Straßenbild ist total anders. Was in Subotica ziemlich ordentlich aussieht, fast so wie in Deutschland, ist in Gornji Milanovac ein ziemliches Chaos aus wild aussehenden Stromleitungen, kleinen Läden, einer schlechten Straße mit mehr Müll  und Häusern jeder Art. (kein architektonisches Muster erkennbar ;))

Auch sind die Leute offener, fast schon offensiv offen, so wurde ich in der Schule die ganze Woche von neugierigen Blicken verfolgt und mit Fragen überrumpelt.

Meine Gastfamilie für eine Woche hat mich sehr herzlich mit einem „Fühl dich wie zu Hause“ aufgenommen, was ein super Beispiel für die Gastfreundschaft ist die mir überall entgegengebracht wird. Ein Teil dieser Gastfreundschaft war auch, dass die Familie wirklich sehr aufmerksam war, dass ich keine Sekunde meines Aufenthalts hungrig sein würde. Und so wurde jeden Tag deftig mit viel Fleisch gegessen.

Natürlich war der Start in den Mini-Austausch leichter als der Start in den großen Austausch, weil ich im Unterschied alles verstanden habe was mich gefragt wurde, aber die ganz neue Umgebung hat mich doch etwas überrumpelt, was sich anfangs in Kulturschocksymptomen wie Müdigkeit geäußert hat. 

Programm

Die Gastgeschwister von uns Austauschschülern hatten ein abwechslungsreiches Programm organisiert. Von einer Tour durch die Stadt, Ausflüge in die Natur, in die nächstgrößere Stadt und zu einer alten Kirche wo ein serbisches Königsgeschlecht begraben liegt, einem Theater und Kinobesuch und deren Schulalltag war alles dabei. In den kurzen Pausen wurde so wie es sich gehört bei einem türkischen Kaffee pausiert und abends konnte ich auch in Genuss des hausgemachten Rakijas (Schnaps mit bis zu 50% Alkoholanteil) meiner Familie kommen.

In Serbien ist es etwas ganz normales, nein es gehört zur Kultur, das Familien zuhause ihren eigenen Rakija brennen. Der Rakija (Am bekanntesten ist der, der aus Pflaumen gebrannt wird) ist wirklich von bester Qualität und wird bei vielen Gelegenheiten (auch mal zum Frühstück) getrunken. Deswegen hatte mein Körper hier auch eine Art Kulturschock, denn der musste sich auch erstmal daran gewöhnen morgens vor dem Frühstück Alkohol zu verarbeiten.

Ein anderer Teil unseres Programmes war Werbung dafür auf einen Austausch zu gehen und oder Gastfamilie zu werden. Zu diesem Zweck haben wir zwei Präsentationen gehalten, bei denen uns Fragen über unsere Erfahrungen als Austauschschüler gestellt wurden. Und auch unser kurzer Aufenthalt in unseren Gastfamilien dort diente als Test für die Familien die erfahren wollten wie das so ist einen Schüler aus einem anderen Land im Haus zu haben. 

Ich nehme wirklich wirklich wieder ein ganzes Paket voll mit neuen Erfahrungen mit nach Hause. Meine Gastfamilie dort hat mich eingeladen wieder zu kommen und das plane ich auch noch in den letzten drei Monaten hier zu tun.

Das war es von mir bis zum nächsten Mal,

Timon