5.8.2019

Bericht #9 – Die Zeit der letzten Male

Liebe Metropolregion,

es ist schon ein verrücktes Gefühl, sich von einem Ort zu verabschieden an dem man ein Jahr gelebt hat. Während des ganzen Austauschjahres hatte ich mir ein Leben in Subotica aufgebaut. Ich hatte mich in der Schule eingelebt, neue Freunde und eine neue Familie gefunden, mich an das Essen gewöhnt, Freizeitaktivitäten gesucht, mich in die Stadt verliebt -und jetzt das alles einfach so wieder aufgeben?

Nebenbei werde ich euch eine kleine Stadtführung durch Subotica und Palić geben.

Der Abschied an sich war etwas, was ich immer im Hinterkopf hatte. Schon vom ersten Tag an wusste ich, dass alles hier ein Ende haben würde. Einerseits etwas Positives, denn man hatte ständig die Motivation seine Zeit sinnvoll zu nutzen. Andererseits etwas Negatives, weil „das Ende“ als ständiges Damoklesschwert über mir schwebte. 

Der Abschied aus Subotica

Dieses Bewusstsein wurde gegen Ende immer intensiver, ganz besonders, als die verschiedenen Aktivitäten Stück für Stück zu Ende gingen. Als erstes endete die Schule mit meinem Abitur, über das ich hier schon berichtet habe. Dann hatten wir das Abschlusskonzert mit meiner Tanzgruppe, und die offizielle Verabschiedung von ihr. Gleichzeitig begannen auch die Abschiede mit Freunden und Bekannten aus Subotica, die schon vor meiner Abreise zum Beispiel in den Urlaub fuhren. In der Zwischenzeit mussten natürlich noch Abschiedsgeschenke für Leute in Serbien und Geschenke für Freunde und Familie in Deutschland gebastelt und gekauft werden.

In den letzten zwei Wochen begann dann “die Zeit der letzten Male“. (die man übrigens auch in Deutschland vor der Abreise hat) Man geht das letzte Mal in sein Stamm Café, das letzte Mal Burek essen, man sieht das letzte Mal einen Ort, der einem lieb geworden ist, fährt das letzte Mal Bus, ... alles was irgendwie Teil des Alltags war, wird das letzte Mal gemacht und gesehen. Manche Pläne, die ich hatte, habe ich noch geschafft umzusetzen manche nicht.  Zum Beispiel habe das Kofferpacken immer als nervige Beschäftigung zur Seite geschoben (hat mich zu sehr an den Abschied erinnert), bis ich dann in den letzten Tagen damit nur noch dauerbeschäftigt war (fangt früh damit an!).

Eine gemeinsame Abschlussparty wurde auch noch am Montag vor dem Abschied von einer befreundeten Familie für alle Austauschschüler geschmissen. J

Am Freitag war dann der Tag des Abschieds aus Subotica gekommen. Um 7:30 früh ging der Bus aus Subotica nach Belgrad auf das letzte Camp. Familie und Freunde waren nochmal gekommen, um Tschüss zu sagen.

Das Camp

Über das Camp gibt es ehrlicherweise nicht viel zu erzählen. Das emotionale Drama (alle waren noch mitgenommen vom Abschied) von uns allen hat mir eher zugesetzt, als dass es mir geholfen hat meine Abreise zu erleichtern und so war ich doch eher froh als ich dann am Samstag verabschiedet und zum Flughafen gebracht wurde.

Als ich mit dem Bus auf das Vorfeld des Belgrader Flughafen fuhr wurde mir das erste Mal richtig bewusst, dass das jetzt das Ende war. Nach einem kurzen Flug mit kleinen Turbulenzen landetet ich dann am 6. Juli in Stuttgart.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die mir eine Hilfe während des Austausches waren. An erster Stelle möchte ich mich bei der MRN und ihren großzügigen Sponsoren bedanken, die durch ihr Stipendium mir diese unvergessliche Erfahrung möglich gemacht und mir die Möglichkeit gegeben haben darüber berichten zu können. Ein großes Dankeschön geht auch an die AFS Mitarbeiter und Freiwilligen, die bei Fragen immer bereitstanden und das Jahr für mich organisatorisch möglich gemacht haben. Bei meiner Familie und meinen Freunden will ich mich für die Unterstützung für meinen Plan ins Auslandsjahr zu gehen bedanken und dass ihr mir immer mir zur Seite standet.

Über meine Ankunft in Deutschland werde ich im nächsten Bericht schreiben.

Wie immer euch alles Gute und bis zum nächsten Mal!

Timon Baral