9.9.2019

Bericht #1 – Goddag aus dem nordischen Nachbarland

Goddag MRN-Region aus dem nordischen Nachbarland Deutschlands!

Mittlerweile wohne ich schon einen Monat in Dänemark und bin damit auch wirklich sehr zufrieden. Es ist ein wunderschönes Land, voll mit netten Menschen und gutem Essen.

Meine Reise begann natürlich schon viel früher und zwar mit der Bewerbung bei AFS im letzten Winter. Seitdem ich wusste, dass meine Reise nach Dänemark gehen würde, habe ich mich intensiv mit diesem Land befasst. Mir ist aufgefallen, dass wir doch gar nicht so viel über unseren nordischen Nachbarn wissen.

Nach 3 spannenden Vorbereitungen mit AFS begann das Auslandsabenteuer am 9.8. dann wirklich. Vom Flughafen Frankfurt aus bin ich ungefähr eine Stunde geflogen und am Flughafen Kopenhagen kurz nach 14 Uhr gelandet. Meine Anreiselänge war zwar nicht so lang, dafür musste ich jedoch im Flughafen Kopenhagen mit den weiteren Austauschschülern auf die restlichen Ankommenden bis 20 Uhr warten. Viel ausgemacht hat mir das nicht, da ich einfach nur glücklich war angekommen zu sein.

Danach sind wir alle in einem Bus weiter nach Nyborg gefahren, was auf der mittleren Insel von Dänemark liegt, wo wir ein 2 tägiges Ankunftscamp hatten. Da wir gegen 22 Uhr angekommen sind, sind wir bloß in die Schlafräume zu den Luftmatrazen und haben geschlafen.

Auf dem Bild sind alle Austauschschüler zu sehen die ihr Jahr in Dänemark verbringen werden.

Es war wirklich sehr spannend mit so vielen interessanten Menschen zu reden aus der ganzen Welt.

Zudem haben wir Samstags unser erstes Smørrebrød gegessen, was sowas wie das dänische Nationalessen ist, neben dem Hotdog. Ein Smørrebrød besteht aus einem Rugbrød (eine Roggenbrotscheibe) und allen möglichen Belägen. Jedoch gibt es eigentlich auch viele Regeln, welche Kombinationen erlaubt sind, deswegen waren viele Betreuer sehr verwirrt über unsere Kombinationen aus Remoulade und Käse und Kartoffeln, oder Fisch und geröstete Zwiebeln. Rugbrød ist wirklich ein wichtiger Teil in Dänemark. Insgesamt habe ich das Gefühl dass die Dänen das Thema Essen sehr wichtig nehmen. Es wird sehr viel frisch gekocht und in meiner Schulkantine gibt es mehr Auswahl an Essen als in Deutschland. Es gibt auch sehr viel Lakritze, da ich leider aber den Geschmack nicht wirklich mag, habe ich diese Sachen, wie Lakritzeis, noch nicht probiert!

An meinem 3.Tag in Dänemark war es dann endlich soweit, wir sind mit mehreren Bussen in die verschiedenen Richtungen von Dänemark gefahren und haben in den jeweiligen Städten halt gemacht und immer mehr sind ausgestiegen. Da ich die vorletzte Station in meinem Bus war, hat es länger als 3 Stunden gedauert bis wir schließlich in Silkeborg ankamen und ich meine Gastfamilie zum ersten Mal getroffen habe. Natürlich wurden wir mit reichlich dänischen Flaggen begrüßt.

Das Bild ist nach der Ankunft in Silkeborg entstanden, links neben mir steht meine Gastschwester und hinter uns meine Gasteltern. Insgesamt sind wir 3 neue Austauschschüler in Silkeborg mit AFS.

Da wir erst um ungefähr 20 Uhr dann in meinem Zuhause ankamen und die Schule am nächsten Tag began, haben wir nur noch zu Abend gegessen und die wichtigsten Sachen besprochen, da ich auch schon sehr müde nach dem Ankunftscamp war.

Direkt am nächsten Tag in die Schule nach dem aufregenden Wochenende zu gehen, war anstrengend. Zum Glück ist mein Gastvater mit mir zusammen im Bus zur Schule gefahren, weil ich sonst sicher verloren gegangen wäre, aber so hab ich es sicher zum Silkeborg Gymnasium geschafft. Ich war total aufgeregt und natürlich auch etwas schüchtern die Menschen anzureden. Das Gymnasium geht von der 1. bis zur 3. Klasse und ist quasi wie die Oberstufe in Deutschland, nur dass es hier eine eigene Schule ist. Ich besuche die 1.Klasse und am ersten Schultag, haben wir uns alle draußen vor der Schule getroffen, Tutoren aus der 3.Klasse haben Schilder mit den Klassennamen hochgehalten und man musste ihnen bescheid geben, dass man da ist. An dem Tag haben wir natürlich noch keinen Unterricht gehabt und uns nur ein wenig kennengelernt.


Meine Schule ist das größte Gymnasium Dänemarks mit ungefähr 1.500 Schülern und Schülerinnen, was für mich ein ziemlicher Unterschied ist, weil wir so in einem Jahrgang ca. 4 mal mehr als in Deutschland sind.

Auf dem Bild kann man den Eingang meiner Schule sehen.

Zudem muss ich jeden Tag eine halbe Stunde mit dem Bus zur Schule fahren und zurück, wofür ich ihn Deutschland nur 3 Minuten mit dem Fahrrad gebraucht habe. Dadurch erscheint mir der Tag hier viel länger, da ich jeden Tag von 8:10 bis 15:20 Schule habe und jeden Tag nach der Schule sehr müde bin. Eine Schulstunde dauert 75 Minuten und man hat meisten 5 Stunden pro Tag. Zwischen jeder Stunde ist eine kleine Pause und es gibt eine lange zwischen der 3. und 4.

Der wohl größte Unterschied zwischen meiner deutschen und dänischen Schule sind die Laptops. Hier in Dänemark nimmt jeder Schüler seinen Laptop immer mit und wir arbeiten so gut wie immer damit. Wir haben zwar 2 Bücher für Fächer bekommen, aber alles andere wird digital gemacht. Es gibt eine Schulseite, auf der jeder Schüler sein Account hat und seinen Stundenplan einsehen kann oder die Hausaufgaben aufgelistet sind. Ebenfalls werden die Lehrer nur mit Vorname angeredet, welche ich mir bis jetzt noch nicht alle merken konnte. Im Unterricht selbst machen wir viele Gruppenaufgaben und es wird wenig an die Tafel geschrieben. Dabei ist es manchmal schwer dem Unterricht zu folgen, wenn man keine Darstellung an der Tafel hat. Besonders bei Mathe fällt mir das auf, weil man nicht jeden einzelnen Schritt dargestellt hat.

Jeden Dienstagnachmittag und Donnerstagmorgen habe ich einen Dänischkurs in einer nahe gelengenen Schule mit 8 weiteren Austauschschülern. Da ich jedoch schon bevor ich hierher gekommen bin, sehr viel Dänisch mir selbst beigebracht habe und Deutsch meine Muttersprache ist, fällt mir das Dänische doch schon um einiges leichter als den anderen. Ich würde nicht sagen, dass mein Dänisch sehr gut ist, aber er reicht definitiv schon aus um eine Konversation zu halten. Auch wenn ich wahrscheinlich einen schlimmen Akzent habe, versuche ich so viel wie möglich zu reden und immer mehr dazuzulernen.  Ich kann zudem dem Unterricht ein wenig folgen, was jedoch dazu führt, dass ich die Hausaufgaben ebenfalls machen muss.

Die Zeit hier vergeht so schnell und ich habe das Gefühl schon so viel erlebt und neues dazu gelernt zu haben. Meine Freizeit verbringe ich viel mir meiner Gastfamilie, indem wir Spiele spielen, einfach nur reden oder ich unternehme was mit Freunden. Unter anderem habe ich schon ein kleinen Tierpark namens AQUA besucht, indem man Fische berühren konnte oder bei der Otterfütterung zuschauen konnte. Ebenfall bin ich mit meiner Gastfamilie und einer anderen Austauschschülerin in einen Freizeitpark namens „Djurs Sommerland“ gefahren und haben dort unseren Samstag verbracht und zu unserem Glück, gab es genau an diesem Tag nur Sonnenschein, was für Dänemark doch schon sehr besonders ist, da hier das Wetter so gut wie jede Stunde die Meinung ändert. Dewegen habe ich auch immer meine Regenjacke oder einen Regenschirm mit dabei.

Auf den Bildern stehe ich vor AQUA und auf dem anderen bin ich mit Corinne aus Canada vor Djurs Sommerland.

Als letztes in meinem ersten Bericht möchte ich ein wenig über die Jugendkultur hier in Dänemark schreiben. Der erste Unterschied der mir aufgefallen ist, ist dass in Dänemark eine ganz andere Mode beliebt ist. Bei manchen Kombinationen würde man in Deutschland vor Schreck weglaufen, aber hier ist es so normal, dass es wieder passt.

Ein andere Punkt sind Parties, Dänen nehmen jede Möglichkeit um zu feiern. Auch dass Alkohol hier extrem teuer ist, schreckt sie nicht ab. Selbst die Schule veranstaltet während des Schuljahres mehrere Parties und in meiner dritten Woche hier, stand auch die erste an. Zuerstand fand es draußen statt und regionale Bands haben auf einer Bühne gespielt. Am Abend kam dann eine Band, die sogar relativ bekannt hier ist, um in der Sporthalle zu spielen. Insgesamt veranstaltet die Schule viele Sachen, wie ein Freitagscafe oder ein Spieleabend für die neuen Schüler. Zurzeit sind wir in einem so gennanten ”Grundforløb”, was bedeutet, dass wir bald unsere „Leistungskurse“ wählen werden und nach den Herbstferien alle in neue Klassen kommen. Dann heißt es nochmal, neue Klasse, neue Lehrer, neuer Anfang.

Das war’s erstmal, bis zum nächsten Mal,

vi ses!

Med hilsen,

Lina fra Danmark


Ps: Die Dänen lieben ihre Flagge mehr als alles Andere und wirklich sehr stolz darauf, dass es die älteste der Welt ist. So gut wie jeder hat einen Fahnenmast im Garten!