4.12.2019

Bericht #2 – Tennis, Homecoming und Schulalltag

Mein High School Leben

Hallo Metropolregion Rhein-Neckar! Herzlich willkommen zu meinem zweiten Blog, als Jung Botschafter in den USA.

Zwei Monate liegt meine Ankunft hier in Kansas City nun schon zurück und mein Abenteuer voller Erlebnisse nimmt weiterhin seinen Lauf. Geprägt war der September von Tennis, Homecoming und dem Eingewöhnen in die Schule.

Tennis

Wie schon im ersten Blog erwähnt, bin ich für die erste Season von vieren, der Sommer Season, dem Tennisteam meiner High School beigetreten. Die Schulen legen hier sehr viel Wert auf Sport, was bedeutet, dass ich von Montag bis Freitag täglich Tennis habe. Anfangs war es fünfmal pro Woche Training, dann haben aber auch die Matches begonnen. Ich hatte also zwei- bis dreimal die Woche Tennis Matches und die restlichen Tage zweistündiges Training. Matches haben für mich bedeutet, dass ich erst gegen acht Uhr nach Hause kam und dann noch Schulsachen erledigen musste. Es war taff, hat mir aber sehr viel Spaß gemacht. Ich habe dadurch Freunde gefunden und meine Tenniskenntnisse haben sich deutlich verbessert. Ein weiterer Unterschied ist, dass die Seniors (12. Klässer) sehr geehrt werden, da es ihr letztes Jahr an einer High School ist. Für die Seniors gibt es eine bestimmte Veranstaltung, die „Senior Night“, welche an einem Matchday stattfindet. An diesem besonderen Tag gibt es ein größeres Mittagessen für alle Teammitglieder vor dem Match und Muffins und Kuchen nachdem das Match beendet ist. Da ich ein Junior (11. Klässer) bin, würde ich an diesem Tag normal nicht geehrt, da ich aber nur für ein Jahr als Austauschülerin da bin, wurde ich mitinvolviert. Der Abend war sehr schön und unvergesslich, da es etwas total Neues für mich war. Beendet wurde die zweimonatige Tennis Season mit dem „Tennis banquet“, ein Abendessen mit dem ganzen Team und den Eltern der Tennisspielerinnen. Jedem Mädchen wurde eine Urkunde überreicht, sowie Awards für verschiedene Leistungen, und die Seniors haben Abschiedsgeschenke bekommen.

Homecoming

Homecoming, eine Woche in der gefeiert wird, dass man nach den dreimonatigen Sommerferien wieder zurück in der Schule ist. In der sogenannten „Homecoming Week“ gibt es für jeden Tag ein anderes Motto, wie man sich zur Schule kleidet, eines davon ist zum Beispiel „Country“, da wir hier im Mittwesten sind. Alle holen ihre Cowboystiefel, sowie Hüte aus dem Schrank und ihre Flanellhemden. Dann gibt es das Homecoming Footballspiel und ein sehr spannender Teil dieser Woche ist die Homecoming Parade, welche vergleichbar mit einem Faschingsumzug ist. Jedes Sportteam hat seinen eigenen Autoanhänger, welcher dekoriert wird. Man fährt dann damit durch die Stadt und verteilt Süßigkeiten. Außerdem werden für die zehnt und elft Klässler ein Homecoming Prinz und Prinzessin gewählt und für die 12. Klässler ein König und eine Königin. Der große Abschluss ist der Homecoming Ball. Dieser Tag war etwas sehr Besonderes für mich, da es etwas komplett Neues war. Gefeiert habe ich diesen Tag in einer Gruppe von Mädchen. Gestartet hat alles damit, dass wir uns nachmittags alle sehr schick gekleidet bei einer Freundin zu Hause getroffen haben. Dort haben wir dann die ersten Bilder gemacht. Anschließend sind wir zu einem Restaurant gefahren und haben dort gut italienisch gegessen. Nach dem Essen wurden dann wieder Bilder gemacht und dann ging es zum eigentlichen Höhepunkt des Tages, dem Schulball. Die Cafeteria der Schule wurde mit Lichtern geschmückt und alle haben in ihren schicken Outfit zur Musik des DJs getanzt.

AFS arrival orientation

Die Arrival Orientation meiner Austauschorganisation „AFS“ war auch ein unvergessliches Wochenende. Es waren zwei Tage, an denen ich die Austauschüler in der Kanas City Area erst richtig kennengelernt und nun Freunde aus der ganzen Welt gefunden habe. Aus Frankreich, Ägypten, Chile und vielen weiteren Ländern. Es ist unbeschreiblich Freunde von überall zu haben. Wir haben über unsere Erfahrungen im ersten Monat gesprochen, unsere Landeshymnen vor einem Lagerfeuer gesungen, typisch amerikanische „Smores“ (Marshmallow, Keks und Schokolade) gegessen und zum Abschluss hatten wir ein Mittagessen mit allen Gastfamilien.

Schule und Football Spiele

Schulunterricht ist, wie auch in Deutschland, nicht das spaßigste, besonders die Tage, an denen man viele Tests schreibt. Das amerikanische Schulsystem funktioniert so, dass man die einzelnen Fächer für weniger Jahre hat, jedoch bedeutet das nicht, dass man weniger Unterrichtsstoff hat, da man jedes Fach fünfmal die Woche hat. Der Stundenplan ist jeden Tag identisch und somit wird man mit einzelnen Themen schneller fertig und hat mehr Tests. Dann gibt es aber, wie man schon beim Homecoming und Tennis erfahren hat, einen sehr spaßigen Teil. Die Football Spiele jeden Freitag sind ein weiterer Teil dieses Spaßes. Man steht als Schüler in der „Student section“ und alle feuern das Footballteam an. „Let’s go bulldogs, let’s go!“. In diesem Bereich ist es aber nicht so einfach zu stehen, da man sich passend zu dem Thema des Footballspieles der Woche kleiden und pünktlich kommen muss um einen Platz zu bekommen. Das ist vergleichbar mit der Fankurve bei großen Fußballspielen. Wenn man das dann aber erreicht, macht es sehr viel Spaß. Insgesamt schauen so viele Leute die einzelnen Spiele. Mehr als ich je bei einem lokalen Fußballspiel gesehen

habe, trotz der niedrigen Einwohnerzahl hier von 8.000 Menschen. Was mich daran auch fasziniert ist, welchen Zusammenhalt meine Highschool hat und wie sehr sich jeder gegenseitig bei den Sportarten unterstützt.