25.8.2016

Bericht #1 - Hallo aus Brasilien!

Nach ewigem und im Nachhinein doch so kurzem Warten ging mein Auslandsabenteuer dann am Mittwochabend den 3. August 2016 am Frankfurter Flughafen los. Manche AFSer waren aufgeregt, andere nachdenklich. Ich hatte von beidem was dabei. Als wir dann nach 2 weiteren Stunden im Flugzeug waren, fing es mit der Aufregung so richtig an. Erster Flug, was passiert wenn…, wie macht man dies, wie macht man das, und so weiter. Wie das halt beim ersten Flug ist.

Nunja alles verlief flüssig, ein Kumpel hatte mir seinen Fensterplatz gegeben – danke nochmal – und dann kamen wir nach ca. 11 Stunden Flug in São Paulo um 4 Uhr morgens an. Nach 2 gemeinsamen Energizern mitten im Flughafen wurden wir dann auch schon aufgeteilt. Die einen mussten gleich weiter, andere noch bis zum späten Mittag warten. Cedrick, ein Freund aus meinem Komitee in Deutschland, der auch nach Salvador gekommen ist und ich konnten nach 6 Stunden Zwischenstopp weiter. Als wir dann im Sicherheitsbereich waren und an unserem Terminal hieß es wieder warten bis es los geht. Kurz vor Abflug kam dann eine Durchsage, yeahh … auf Portugiesisch. Nunja nachdem wir nun mehrere Menschen angesprochen hatten und jemand gefunden hatten der uns helfen konnte und uns mitteilte dass das Terminal geändert mussten wir uns beeilen bis wir dann erfuhren dass das Boarding sich verspätet. Das war ein Chaos :D

Nachmittags kamen wir dann erschöpft in Salvador an und wurden von unseren Gastfamilien empfangen und ab gings nach Hause.

Ankunft, Einleben und Fuß fassen...

Da war man nun... In seinem neuem Zuhause für elf Monate... Einem echt schönen Apartment in dem Teil der Stadt mit Pool und Meerblick. Komplett neu waren für mich die 2 Haushaltshilfen, die kochen, waschen und vieles mehr, welche aber quasi zur Familie gehören. Am kommendem Wochenende passierte sehr wenig außer zwei echt schönen Spaziergängen am Strand, wofür ich aufgrund des Jetlags echt dankbar war.

Am Montag ging es dann bereits in die Schule... Ich versuche mal alle ersten Impressionen zusammenzufassen: Man kommt in den Klassenraum, alles wird auf einmal still und jeder guckt dich an. Auf einmal kommt dann jemand auf dich zu und fängt an schneller mit dir auf Portugiesisch zu reden, als ein Jugendlicher jemals Deutsch sprechen würde. Irgendwann wird dann rausgefunden, dass du nur Bruchteile Portugiesisch verstehst, also werden die „Englisch-Profis“ herangeholt :D Und dann geht es los mit den Fragen...: „Warum Brasilien, wie findest du es hier, wie ist es in Deutschland, hast du eine Freundin, und hunderte mehr von diesen Fragen :D

Bis auf ein paar zu viele „Hitlerposen“ sind hier alle sooooo freundlich und lieb, „free-hugs“ gibt es überall. Das einzige was ein bisschen bedrückend ist, sind die schwarzen Fenster und die weißen Fliesen - ein Ambiente, das die Atmosphäre irgendwie runter zieht Oh, und dann gibt es noch diese Lautstärke, die im Klassenraum herrscht: Jeder muss seine Meinung so laut wie möglich einbringen, und geredet wird sowieso überall. Mit der Zeit ist das echt störend, weil das in Kopfschmerzen resultiert.

Am Montag teilte mir meine Gastmutter dann mit, dass mein Fahrer für die Schule um 6 Uhr morgens kommt. Unter der Woche ist mein Tagesablauf dann um 5 Uhr aufstehen, woran ich mich noch nicht gewöhnt habe, da ich in Deutschland erst um halb 8 aufstehen musste, und dann am Mo um 17 Uhr, Mittwochs um 15 Uhr und die restlichen Schultage und 12:30 wieder nach Hause.

Am folgenden Wochenende hatte mein jüngerer Gastbruder Geburtstag und wir sind mit ganz viel Familie ca. 1 Stunde Autofahrt die Küste entlang über das Wochenende in ein Hotel in ein kleines Haus am Strand. Das war einfach wunderschön! Freitags hieß es nur genießen. Am Samstagnachmitag sind wir dann zum Projeto Tamar gefahren. Das ist quasi wie ein „Sea Life“-Park nur mit sehr großen Schildkröten und ein paar Haien. Dort guckten wir uns dann alles an und meine kleine Host-Cousine und mein kleiner Host-Cousin durften auch einen Hai anfassen :) Sonntags konnte ich dann mal meinen Gastbruder motivieren Sport zu machen, was meine Gasteltern extrem erfreut hat :D Und da Cedric mit seiner Gastfamilie in der Nähe war haben wir uns auch noch kurz getroffen (Bild 2 zu dem Absatz : Familienfoto am Strand)

Dann ging es wieder mit der Schule weiter: Das heißt, jeden Tag neue Leute kennenlernen da einen alle kennenlernen wollen, und dabei probieren so viel wie möglich zu verstehen sowie in den Pausen Volleyball spielen. Am darauffolgendem Wochenende gab es dann ein kleines AFS-Treffen und Samstag ging ich mit meiner Familie und am Sonntag mit Freunden in die Mall. Das heißt hier eigentlich: ins Kino gehen, essen und sich unterhalten - eingekauft wird wenig bis gar nicht :D

Die größte Enttäuschung...

Ich suche seit ca. 2 Wochen eine Beschäftigung für nachmittags, ein Hobby. Das größte Problem liegt beim Tanzen: Ich liebe es zu tanzen, nur die Tanzschulen sind alle viel zu weit weg, also einmal durch die ganze Stadt - und Salvador ist eine groooße Stadt. Die nächstgelegene Tanzschule ist eine Ballettschule und ich hab echt drüber nachgedacht, aber mich dann doch dagegen entschieden. So wie es aussieht wird sich nun bald meine Nachmittagsbeschäftigung ums Fitnessstudio drehen, welches zwar echt gut ist, aber ich weiß noch nicht, ob ich damit so glücklich sein kann. Das Problem liegt auch darin, dass mein Gastbruder kein Sport macht und er mich auch nicht irgendwo integrieren könnte. Das heißt ich muss mir halt alleine was suchen... Aber ich glaube fest dran, dass ich das bald geregelt bekomme.

Falls bei jemand die Fragen aufgekommen sind, wie das Essen hier ist und was ich am meisten vermisse: Das Essen ist fast immer lecker und es gibt immer Fruchtsäfte. Ich liebe Suco de Maracuja (Marcujasaft). Am meisten vermisse ich momentan deutsches Brot vom Bäcker -- und Mineralwasser oder Leitungswasser (Leitungswasser schmeckt hier anders, Mineralwasser hab ich noch nirgends gefunden). Ich hab selbst drüber gelacht, dass ich das vermisse aber irgendwie ist es genau das.

Falls ihr Fragen habt, könnt ihr mich übrigens jederzeit anschreiben. Über Facebook – Steffen Marz; Instagram, wo ich schon mehrere Bilder hochgeladen habe!  – steffen_meets_brazil ; oder Skype – steffen.m13.

Grüße aus Brasilien ;) Steffen