21.9.2017

Bericht #1 - Kopfüber ins Abenteuer

Ich bin seit ungefähr zwei Wochen in Panama und wohne, wie ihr aus meinem Steckbrief schon wisst, in Arraijan 20km von Panama City entfernt.

Ich habe mich vor einem Jahr, Ende der Sommerferien, bei AFS beworben und mich dafür entschieden, ein Auslandsjahr zu machen. Ich muss sagen, dass ich in diesem Jahr schon sehr viel erlebt habe, auch waren die Vorbereitungen und Treffen mit den anderen Austauschschülern immer sehr schön. Ich konnte so sehr viele neue Leute kennen lernen und gute Freundschaften schließen.

Dieses Jahr war ein Jahr voller Vorfreude, Aufregung, aber auch Ungewissheit. Je näher der Abflug kam, umso größer wurde meine Aufregung und der Respekt vor der großen Reise. Ich habe mir schon daheim sehr viele Gedanken gemacht, ob das der richtige Schritt ist und ob ich das schaffen werde. Es gab Tage, da wollte ich das einfach alles abbrechen, aber das wäre natürlich nicht in Frage gekommen.

Dann kam der Tag der Abreise. Zu diesem Zeitpunkt waren meine Gedanken schon längst im fremden Land, weshalb der Abschied mir nicht so schwer viel. Ich konnte alles gar nicht richtig realisieren und war gespannt endlich die neuen Erfahrungen machen zu dürfen, die ich hoffentlich nicht so schnell vergessen werde.

Nach 12 Stunden Flug sind wir dann endlich in Panama City gelandet. Jeder von uns war beeindruckt, als wir dann mit dem Bus zu unserem Hostel gefahren sind und das erste Mal die Stadt mit den vielen Hochhäusern und allem drum und dran gesehen haben. Im Hostel wurden wir dann von unseren AFS-Betreuern herzlich empfangen.

Als ich aber abends in meinem Bett lag, kam langsam das Bewusstsein hoch meine Familie und Freunde aus Deutschland ein Jahr lang hinter mir gelassen zu haben. Im nächsten Moment war aber auch direkt die Spannung wieder da meine Gast-Familie endlich kennen lernen zu dürfen. Im Hostel blieben wir noch 2 Tage mit den Austauschschülern aus Norwegen, Ungarn und der Schweiz im Arrival-Camp. Hier wurde uns nochmals erläutert, wie die Menschen in Panama leben, denken und worauf wir achten müssen.

Sonntags wurden wir dann endlich zu unseren Familien gebracht. Meine Familie besteht aus meine Mutter Itzel und meiner Schwester Anareli. Wir wohnen in einem sehr kleinen Häuschen, in einer Siedlung, mitten im Wald. Für mich war es die ersten Tage sehr schwer mich hier einzuleben, da hier alles anders ist. Hier ist mein Haus viel kleiner als in Deutschland. Noch dazu kommt, dass meine Spanischkenntnisse noch nicht gut genug sind, um mich auszudrücken oder ein längeres Gespräch zu führen. Allerdings unterstützt mich meine Gastfamilie immer und hilft mir, mich schnell einzuleben. Jetzt fühle ich mich hier so langsam wirklich zu Hause.

Die Schule fängt für mich erst am 25 September an, deshalb habe ich in den ersten beiden Wochen sehr viel Zeit gehabt die Umgebung zu erkunden. Meine Gastschwester hat mir in der ersten Woche die wichtigsten Sachen in und um Arraijan gezeigt. Wir waren schon am Strand, in Panama City und ein Stück im Dschungel. Außerdem haben wir viele Freunde der Familie besucht, denen ich direkt als Tochter bzw. als Schwester vorgestellt wurde.

Da wir kein Auto haben, nehmen wir immer den Bus. Das ist häufig sehr anstrengend, da die Busse verglichen mit der Heimat sehr klein und immer voll sind. Selbst für kurze Strecken muss man viel Zeit in Anspruch nehmen. Aber nichtsdestotrotz ist das auch eine Erfahrung wert.

Auch mit den anderen Austauschschülern verstehe ich mich sehr gut. Wir unternehmen viel zusammen, zum Beispiel war ich mit Maren und Justus, zwei weiteren Schülern aus Deutschland, Panama City erkunden. Mit Justus und seiner Familie war ich auch das erste Mal an einem Badestrand. Das Wasser hier ist sehr warm und es gibt Wellen, die so groß sind, dass sie sogar für uns etwas ganz Besonderes sind. Leider habe ich an diesem Tag direkt einen sehr starken Sonnenbrand bekommen. Für mich persönlich ist es immer echt schön die anderen zu treffen. Ich denke gerade in der ersten Zeit ist es wichtig sich mit den anderen Austauschschülern zu treffen, um seine Erfahrungen miteinander zu teilen.

Ich glaube in Deutschland würde ich das nicht sagen, aber ich freue mich schon echt auf die Schule. Dadurch findet man einen eigenen Rhythmus und kann sich besser einleben. Aber auch jetzt schon kann ich sagen, dass es mir hier echt gut geht, ich mich wohl fühle und es nicht bereue diesen Schritt gewagt zu haben!