22.9.2017

Bericht #2 - Argentinier und die Liebe zu dem Kartenspiel UNO

Am meinem ersten Montag hier hat sich das Klischee bestätigt, dass es in Argentinien viele Feiertage gibt und alles ganz groß gefeiert wird. Denn es war Muerte del Gral. José de San Martín (Tag des Unabhängigkeitskämpfers José de San Martín). Dies wurde groß mit einer Parade in meinem Dorf gefeiert. Mein Gastbruder und meine Gastmutter sind dabei mit gelaufen. Es wurden viele Reden gehalten und auf das Wohl von Argentinien eingestimmt und die Leute oder Vereine, die im Ort arbeiten, gewürdigt. Es war eine ganz neue Erfahrung, da ich so etwas noch nie in Deutschland erlebt habe. Ich war einfach überwältigt.

Kleine Größenprobleme

Nach einem langen K(r)ampf um die richtige Größe (zu kurz, zu breit) meiner Schuluniform (dunkelblaue Jogginghose und weißes Poloshirt mit Schullogo), war alles bereit für meinen ersten Schultag. Ich habe bis dahin schon viele Stunden mit meinem Bruder UNO gespielt. Ich habe ein UNO als Gastgeschenk mitgebracht und die Regeln mit notdürftigem Spanisch erklärt. 

Dann war es soweit, ich ging das erste Mal mit meinen Bruder zur Schule. Die Schule fängt im Gegenteil zu meiner deutschen Schule schon um 7.30 an und endet um 12.30. Zuerst stellen sich alle nach Klassen auf, Mädchen und Jungs getrennt. Es werden jeden Tag 3 Schüler ausgesucht, die die Fahne hissen dürfen. Danach wird das Wichtigste angesprochen, somit wurde ich gleich der ganzen Schule vorgestellt. Danach geht jeder in sein Klassenzimmer. Ich bin in der Quinto, also in der 5. Klasse. Die Schule ist ganz anders aufgebaut als die deutsche. Die Primo, also die erste Klasse, ist die 8. Klasse in Deutschland. Somit bin ich gerade im vorletzten Jahr, da die schule von 1-6 geht. Ich wurde dann gleich mit Fragen überschüttet.

Schnell wurde ich auf einen Mate von Klassenkameraden eingeladen. Ich bin auch seit meinem ersten Schultag im ganzen Ort bekannt als „el aleman“ (die Deutsche) oder rubia (blond). Man merkt, ich falle auf. Ich habe schnell dank UNO Kontakte geknüpft, jeder will UNO spielen oder will es lernen. Jeder liebt es !!!  

Ausflug nach Cordoba

Freitags sind wir alle nach Cordoba gefahren, da meine Gastmama dort immer wieder zu Seminaren muss. Während meine Gastgeschwister einkaufen gingen, besuchte ich meine Betreuerin in zu Hause. Wir haben, wie sollte es anders sein, Mate getrunken, viel geredet und da sie Lehramt studiert haben wir zusammen Früchte angemalt für ihren Kurs.

Sie hat mir auch einen kleinen Grundkurs im Umgang mit Geld gegeben. Man muss sich vorstellen wenn man für einen Apfel 8 argentinische Pesos bezahlen muss, hört es teuer an, sind aber umgerechnet 0,39 Cent. Ich finde es persönlich sehr schwer Preise abzuschätzen. Wenn ich mir jeden Tag in der Schule etwas kaufen würde, würde ich in einem ganzen Monat gerade mal 9,80 Euro ausgeben.

Wiederum sind Klamotten oder Schuhe deutlich teurer. Das liegt daran, dass es fast keine Ware aus anderen Länder gibt. Alles wird in Argentinien hergestellt und es wird überall vermerkt ,,Industria Argentina ¨. Es gibt hier auch kein Amazon-Versand, da Päckchen aus dem Ausland nur schwer ins Land kommen. Im Allgemeinen gibt es kaum bis gar keine europäischen Marken.

Liebe Leute der Rhein-Neckar-Region, ich wünsche Euch eine schöne Woche und ich melde mich bald wieder.

Bis dahin schicke ich von der anderen Seite der Welt liebe Grüße,

Eure Maik(e)

P.S.: Ja mein Name ist hier eine sehr große Herausforderung und ich werde immer unterbewusst Maik genannt. Andere Länder andere Namen!