8.11.2017

Bericht #3 – „Philly” und die Amischen

Hallo zusammen!

Die Zeit vergeht hier wie im Flug. Kaum zu glauben, dass schon wieder ein Monat vergangen ist. Na ja, ich habe wieder tolle Dinge erleben konnen und ich freue mich einfach, dass ich sie mit euch teilen kann! Zwei Themen, die charakteristisch für meinen Gaststaat Pennsylvania sind, haben mich zuletzt besonders beeindruckt:

Philadelphia

Philadelphia liegt etwa 45 Kilometer nordwestlich von meinem Gastort Phoenixville und ist mit rund 1,6 Millionen Einwohnern die sechstgrößte Stadt in den USA und die größte des Staates Pennsylvania (gleichwohl nicht dessen Hauptstadt, welche Harrisburg ist). Es ist eine Metropole mit vielfaltiger Historie, Kultur und Gesellschaft. Während meines Aufenthaltes in „Philly“ (der bekannteste zahlreicher Spitznamen) habe ich unter anderem den Reading Terminal Market besuchen können und ich muss sagen, ich habe mich in diesen Ort verliebt. Der Markt, eine ehemalige Bahnhofstation (daher der Name "Reading Terminal Market" für Reading-Station Markt), umfasst so ziemlich alle Kulturen, die in den USA vertreten sind. Zwischen dem deutschen Metzger und dem griechischen Bistro ist der asiatische Lebensmittelmarkt und gleich gegenüber die italienische Küche.

Ein Rundgang durch den Markt ist eine kleine Weltreise und Geld nicht auszugeben wird zu einer Herausforderung, der ich persönlich nicht gewachsen war. Jedoch hat der Markt neben der kulturellen Vielfalt auch soziale Aspekte: Man sieht hier Menschen aus allen Gesellschaftsschichten. Ein CEO hält einem Obdachlosen die Tür auf, Sportsfreunde sitzen neben Businessherren am Tresen des China-Imbisses, der "nette Einwohner von nebenan" hilft Touristen und Leuten wie mir weiter.

Aber das war ja nur ein winziger Teil von Philadelphia. Der erste Eindruck ist einfach nur unglaublich. Man kommt gerade erst vom Reading Terminal Market, läuft die Straße entlang und denkt sich: Wie kann man das denn bitte überbieten? Und dann plötzlich, sieht man zwischen zwei, ich sag mal salopp stinknormalen Gebäuden dieses riesige chinesische Tor – Chinatown! Ich dachte immer, Asien wäre am anderen Ende der Welt, dabei ist es gerade mal 6 Bushaltestellen und 5 Minuten zu Fuß vom Hauptbahnhof entfernt. Von Peking-Ente zu Nudelsuppen, von Lebensmittelläden zu Karaokebars – hier gibt es alles was das Herz begehrt. Und auch wenn die Gebäude und Straßen nicht exakt aussehen wie in China (oder in anderen Teilen Asiens), hat die Gegend einen einzigartigen asiatischen Charme, der einen anzieht. Aber das war´s erstmal zu Philly.

Die Amischen

Die Amischen (engl. Amish) haben mich bisher von all den Erfahrungen, die ich hier gemacht habe am meisten beeindruckt. Es ist eine Glaubensgemeinschaft, die ihre Wurzeln in der Schweiz und Süddeutschland hat, und vor allem im 18. Jahrhundert in Nordamerika einwanderte. Sie haben es geschafft, ihren Lebensstil und ihre Kultur über all die Jahre beizubehalten. Sie sind bekannt für ihren altmodischen Lebensstil. Sie leben ohne Elektrizität, nutzen Pferdekutschen als Haupttransportmittel und die meisten verdienen ihr Einkommen mit Landwirtschaft. Aber auch ihr Kleidungsstil ist simpel und hat sich wahrscheinlich seitdem sie hier leben kaum verändert. Man muss sich das mal vorstellen.

Man sitzt im Auto, guckt aus dem Fenster und schaut sich die schöne Landschaft an. Viele kleine Felder, vereinzelt Scheunen, scheinbar unendlich lange Strommasten enden und der Geruch des Bauernhofs füllt die Nase. In der Ferne sieht man kleine Männlein, die auf den Feldern arbeiten und ab und zu kommt einem eine Kutsche von der anderen Spur entgegen. Und man sitzt im Auto und glaubt, man wäre in der Zeit zurückgereist.

Na ja, das war´s mal wieder für diesen Monat. Mir geht es wie immer ganz gut und ich hoffe euch auch. Bis zum nächsten Mal!

Nam Nguyen