5.12.2017

Bericht #5 – Über Heimwehvermeidung und Dankbarkeit

Hola Región Rin-Neckar,

die Zeit rast. Mein Leben hat sich verändert. Ich habe mich schon verändert, das merke ich immer wieder, wenn ich auf Instagram oder Snapchat meine Familie aus Deutschland sehe. Während meine Freunde sich im trauten Heim aufhalten, bin ich ziemlich weit weg von meiner „Comfort-Zone“.

Weit weg und doch zu nah?

Ich persönlich finde es schwer, Deutschland ganz hinter sich zu lassen. Durch unsere vernetzte Welt ist es schwer, kaum oder wenig Kontakt zu halten. Alles ist nur eine Nachricht entfernt. Es ist auf der einen Seite schön, sich mit Freunden und Familie über die sozialen Netzwerke auf dem Laufenden zu halten. Aber auf der anderen Seite lässt man nicht wirklich los. Viele meiner Austauschfreunde haben gerade deshalb Heimweh bekommen.

Meine persönliche Lösung: Ich habe zwei Handys dabei, ein „Deutsches“ und eins für Argentinien. Dadurch habe ich sehr wenig Kontakt nach Deutschland und für mich ist das die beste Lösung. An manchen Tagen kann ich Spanisch nicht mehr hören. An diesen Tagen verstehe ich auch so gut wie nichts. Da ich hier keine Wahl habe, kann ich nur spanisch mit meiner Gastfamilie sprechen und auch mit meiner AFS-Kontakt Person.

Jeder der nach Lateinamerika geht, sollte sich bewusst sein, dass Englisch nicht oft zum Einsatz kommt. Ich konnte nur mit Google-Übersetzter überleben. Ich muss wohl die ersten zwei Monate ziemlich witzig ausgesehen haben. Die Fragezeichen wörtlich ins Gesicht geschrieben. Ich kann aber bestätigen, was alle Betreuer gesagt haben: Die Sprache lernt man wirklich schnell – aber auch nur, wenn man es wirklich will.

Danke an meine Gastfamilie

Ein anderer wichtiger Glücksgriff ist meine Gastfamilie. Auch dank dieser habe ich schnell Spanisch gelernt. Sie haben sich viel Zeit genommen, mit Händen und Füßen erklärt und mich in den Alltag mit einbezogen ... und mich dazu gebracht, ohne das Hilfsmittel Google-Übersetzer zu sprechen. So habe ich oft lange mit meiner Gastmama Rosana gesprochen. Ich brauche zwar länger, um etwas zu erklären, aber sie versteht mich.

Sie verbessert auch jeden meiner Sätze, da sie es wichtig findet, dass ich eine ordentliche Grammatik anwende. Manchmal ist es nervig, aber ich bin unendlich dankbar dafür. Es ist nämlich ziemlich zeitaufwendig! Also da ich weiß, dass du das jetzt liest. Danke für alles!

Bis zum nächsten Blogeintrag schicke ich von der anderen Seite der Welt liebe Grüße,

Eure Mai (wie ich hier gerufen werde, da den Argentiniern diese Abkürzung besser gelingt als Maike)