13.12.2017

Bericht #6 - Über „Mariä Empfängnis“ und andere Feiern…

Hola Región Rin-Neckar,

Weihnachten steht mehr oder weniger vor der Tür. Und für mich bedeutet das auch 3 Monate Ferien. Das hört sich sehr lange an. Mal schauen, was ich alles so erleben werde. Doch der Dezember war schon ziemlich vollgepackt. 

Abschlussfeier meiner Schwester

Meine Gastschwester hat die 6. Klasse und damit ihre Schule in Arroyito erfolgreich abgeschlossen. Das wird hier dann groß gefeiert. Die Schüler stellen ein Video zusammen über ihr Leben. Sie laufen mit einem Elternteil ein. Danach gibt es Essen für alle. Wer hätte es gedacht: Asado :)

Hierbei möchte ich nochmal anmerken, dass es durchaus möglich ist, als Vegetarier ein Auslandsjahr hier zu machen - es ist nur deutlich komplizierter und vor allem kostspieliger. Meine Gastschwester selbst ist Vegetarierin.

Zurück zur Abschlussfeier: Um 01.30 Uhr wurde der Saal abgedunkelt und zu einer Boliche (Disco) umgewandelt. Jeder holte seinen Kopfschmuck heraus mit Licht. Und dann wurde getanzt. Und einfach die Zeit genossen. Das Ganze hat dann am Fluss von Arroyito geendet.

Botschafter-Präsentation Metropolregion Rhein-Neckar

Nach meiner ersten erfolgreichen Präsentation über Deutschland allgemein dachte ich, es wäre direkt an der Zeit meiner Klasse auch meine Heimatregion Rhein-Neckar näher vorzustellen. Denn in ihr habe ich die meiste Zeit meines Lebens verbracht und werde sie immer als meine Heimat ansehen, dort sind meine Wurzeln. Und ich bin stolz aus so einer tollen Region zu stammen. Das Fazit: Es ist schön zu sehen, wie interessiert meine Mitschüler waren. Da Rhein-Neckar so viel zu bieten hat und auch wichtige Geschichtsdaten präsentiert wurden, war man sich einig, dass es sich lohnt, mal nach Deutschland zu reisen und die Rhein-Neckar-Region zu besuchen. Vor allem die vielen Studienmöglichkeiten waren für die Schüler am interessantesten.

Ich bin immer noch sehr froh Jungbotschafterin der Metropolregion Rhein-Neckar zu sein und diese über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen. Und deshalb an dieser Stelle ein großes Dankeschön an meine Mam – ohne sie wäre es mir nicht möglich gewesen ein Auslandsjahr zu machen. Außerdem an Ise und Christine von AFS: Ohne euch wäre ich auch nicht Stipendiatin des Botschafterprogramms geworden, und auf euch beide ist immer Verlass – sogar wenn man am anderen Ende der Welt ist! Und auch Herr Limbacher, der ein super Ansprechpartner bei der MRN GmbH ist. Und last not least vor allem der SAP, die das Ganze überhaupt möglich machen.

Cordoba

Cordoba ist in letzter Zeit mein zweites Zuhause geworden. Ich verbringe recht viel Zeit im „Capital“ und übernachte dann immer bei meiner besten Freundin Flor. Das letzte Wochenende haben wir eine Band „Chipote“ von Cuartetto besucht (wer auch nach Cordoba kommt sollte einmal eine ¨Baile¨ besucht haben, aber nur mit Einheimischen, niemals nur Austauschschüler). Was echt megaschön war. Es wurde viel geredet und vor allem viel gelacht. Am Samstag hatte ich auch die Weihnachtsfeier von AFS Cordoba. Es war ein tolles Wochenende, so viel gelacht habe ich lange nicht mehr.

Feiertag „Mariä Empfängnis“

Der 8. Dezember ist ein Feiertag und der offizielle Start der Weihnachtszeit im katholisch geprägten Argentinien. Man feiert das Kirchenfest Inmaculada Concepción, in Deutschland bekannt als „Mariä Empfängnis“. In El Tio ist es Tradition morgens um 4.30 Uhr in den nächsten Ort - Villa Concepción del Tio - zu laufen. Das sind mehr oder weniger 10 km. Warum so früh? Weil es da eigentlich noch nicht zu heiß ist. Waren gerade einmal 27 grad - ohne Sonne. Der ganze Ort läuft um diese Zeit los. Es ist ein religiöses Ritual. Wir sind zu der Kirche und haben an dem Gottesdienst teilgenommen. Nach dem Frühstück stand dann die Sonne schon ziemlich hoch und es waren 34 Grad. Wir haben dann beschlossen nach Hause zu fahren (da hatte ich wohl GlückJ ). Ich fand es eine schöne Tradition. Wir haben viel geredet und uns bei den anderen Personen bedankt. Und vor allem auch mal die Stille genossen. Dieses Ritual gibt es irgendwie nur in El Tio.

Danach haben wir daheim erst einmal Mate getrunken. Als meine Gastmutter mich gefragt hat, ob ich den gerne mit ihr den Weihnachtsbaum schmücken möchte, war ich hellauf begeistert. Auch hier gibt es seine Tradition in meiner Familie: Es wird z.B. ein Päckchen Reis an den Baum gehängt oder auch Geld, ein Herz und vieles mehr. Einfach um Glück etc. in neuem Jahr zu haben.

Abends bin ich dann wieder nach Cordoba gefahren, was mehr oder weniger 3 Stunden mit dem Bus dauert und 155 Pesos kostet (umgerechnet 7,60 Euro). In Cordoba wurde auch ein großer Weihnachtsbaum aufgestellt, den unbedingt einmal sehen wollte. So standen wir dann versammelt um 20.30 Uhr davor und haben dabei „Choripan“ (ein Brot mit Wurst ähnlich einer Bratwurst: chorizo+pan) gegessen.

Halbzeit: Campamento Mitad

Am gleichen Wochenende war dann auch schon mein AFS-Mitad-Camp, also Halbzeit Camp. Wie immer war es wunderschön, die anderen wieder zu sehen. Und viel zu reden. Traurig dabei war, dass wir uns von vielen verabschieden mussten, da sie nur noch 1 Monat da sind. Und jetzt durch Weihnachten und Neujahr jeder viel zu tun hat. Unsere Gruppe wird ziemlich verkleinert. Von 21 Austauschschülern auf 9. Wir haben viel gesprochen vor allem über die kulturellen Unterschiede zwischen Zentraleuropa und Argentinien. Diese Unterschiede sind manchmal schon erheblich, und AFS versucht das Beste um uns zu unterstützen und uns Tipps zu geben. Deshalb sind diese Camps so wichtig.

Am Sonntag kamen dann alle Familien, die dann auch noch mal ein Seminar hatten, danach wurde gemeinsam gegessen. Es war schön, auch mal die anderen Familien kennenzulernen. 

Dies wird wohl mein letzter Beitrag dieses Jahr sein. Also wünsche ich euch schöne Weihnachten und ein guten Rutsch. Ich werde mich im neuen Jahr wieder melden!

Bis dahin sende ich euch liebe Grüße aus dem Backofen (es ist echt zu warm, wie soll ich den Sommer überleben?)

Eure Mai