8.1.2018

Bericht #6 – New York & New Year

Hallo zusammen und ein frohes, neues Jahr wünsch ich euch!

Ich hoffe, dass jeder von euch ein wundervolles Jahr 2017 und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2018 hatte. Für mich war 2017 einfach etwas zu kurz. Das erste Halbjahr verging so schnell, weil ich mich von Deutschland verabschiedet und das andere, weil ich mich in den U.S.A. eingelebt habe. 2017 war einfach grandios!

New York City

Da meine Gastmutter an Thanksgiving unglücklicherweise erkrankt war, und wir nicht unsere geplante Reise nach New York antreten konnten, hatten wir uns entschlossen diese Reise nachzuholen. Und die Winterferien waren der ideale Zeitpunkt dafür. Am Samstag, den 23.12.17 sind wir dann gegen Mittag aufgebrochen. Das Wetter war zwar nicht ganz ideal weshalb wir uns entschieden unsere kleine Tour durch New York erst am Sonntag zu starten.

Natural History Museum

Ich muss zuallererst sagen, dass ich normalerweise nicht der Mensch für Museumsbesuche bin. Aber ich wünschte, ich hätte einen ganzen Tag gehabt, um mich in dem Museum umzusehen. Die Vielfalt an Themen, die es bietet, ist einfach enorm; hier gibt es alles von der Tiefseewelt zu Dinosauriern, von Kristallen zu Vulkanen, vom Urknall zu den ersten Menschen. Sie haben sogar eine lebensgroße Nachbildung eines Wals von der Decke hängen und die Ausstellung über die fünf Sinne war einfach ein ganze Abteilung mit interaktiven Spielen und Videoprojektionen, mit denen man das Wissen praktisch greifen konnte. Einfach nur großartig!

Central Park

Das Herz von New York, buchstäblich ein Rechteck im Zentrum der Millionenstadt. Aber da es -11°C draußen war, blieben wir dort nicht lange. Doch die Kälte hielt die meisten nicht davon ab, einen Spaziergang durch den Central Park zu machen, und so sind auch wir für ca. eine halbe Stunde durch den Park getrottet und haben uns die Musikanten und Künstler angesehen, die trotz der eisigen Temperaturen ihr Können unter Beweis stellten, und es gab sogar Menschen, die bei -11°C Beachvolleyball gespielt haben (was man, glaube ich, echt nur im Central Park zu sehen bekommt). Aber ich hoffe ich bekomme die Möglichkeit nochmal herzukommen, wenn es vielleicht etwas wärmer ist und die Bäume und Wiesen etwas mehr Farben haben.

Times Square

Tagsüber ist der Time Square eigentlich nichts Besonderes. Es sind lediglich riesige Bildschirme, die an Gebäuden hängen und Werbung ausstrahlen. Aber nachts zeigt der Times Square seinen wahren Charakter und erhellt New York mit Licht und Lärm, den man noch meilenweit in der Ferne wahrnehmen kann. Kein Wunder, dass man New York auch „Die Stadt, die niemals schläft“ nennt. Bis spät in die Nacht ist hier noch einiges los. Partys werden irgendwo gefeiert, die Bars ringsum sind rappelvoll, der Verkehr brummt und man kommt nur im Schritttempo voran, und das grelle Licht der Werbetafeln kommt einem heller vor als das Tageslicht.

Ground Zero

Ein Denkmal an dem Ort errichtet, wo einst das World Trade Center mit seinen beiden Türmen stand. Ich war einfach nur sprachlos, als ich da stand, den Himmel hinaufblickte und mir klarmachen musste, dass da einst zwei riesige Wolkenkratzer mit Hunderten, unschuldigen Menschen von einem Augenblick auf den anderen in sich zusammenkrachte und deren Leben ein Ende setzte. Es war geradezu schockierend, dass man bis auf das Fundament, das zu einem Denkmal, dem Ground Zero, umgebaut wurde, nichts mehr vom ehemaligen Gebäude sehen konnte. Von vielen Erwachsenen, habe ich die Geschichte von ihrem 11. September gehört und was sie empfanden, als sie den Fernseher eingeschaltet haben und erfahren mussten, dass soeben das grausamste Attentat in der US-amerikanischen Nachkriegsgeschichte begangen worden ist. Und ich selbst war im „Newseum“ in Washington und habe Videos und Bilder von dem Gebäude gesehen und als ich dann da stand und einfach NICHTS sah, hatte mich das dann doch sehr gepackt.

Rockefeller Center

Ich habe vom Rockefeller Center leider nicht allzu viel sehen können, da der Platz einfach nur bis zum Überlaufen vollgepackt mit Menschen war. Es war immerhin der 24. Dezember und dort stand ein gewaltig großer Weihnachtsbaum und Straßenmusikanten sorgten für die richtige Weihnachtsstimmung. Darüber hinaus gab es dort auch eine Eisfläche, auf denen meist Pärchen Schlittschuh gelaufen sind und in den paar Sekunden, in denen ich es geschafft hatte mich zwischen den Massen bis an den Rand der Eisfläche durchzuquetschen, wurde ich Zeuge eines Heiratsantrags. Aber im Moment des Jaworts wurde ich aus der Menge gedrängt und wir entschlossen uns den Platz zu verlassen, da es schlicht und ergreifend zu voll wurde.

Empire State Building

In nur 20 Monaten wurde das damals höchste Gebäude der Welt, mit einer strukturellen Höhe von 381 Metern (oder 443 Metern, wenn man die Antenne miteinbezieht), gebaut und galt fortan als  eines der bekanntesten Wahrzeichen New Yorks. Von 1930 bis 1931 konnte man sehen wie dieses architektonische Meisterwerk geradezu in die Höhe schoss (im Durchschnitt 4,5 Stockwerke pro Woche!). 

Nachdem wir ca. 2 Stunden in der Schlange standen – nur für den Aufzug, denn unsere Tickets hatten wir bereits, war es endlich soweit und in weniger als fünf Minuten waren wir im 80. Stock. Die Aussicht war einfach nur atemberaubend schön. Ein Meer aus Lichtern erstreckte sich in alle Richtungen und vor allem der Times Square stach einem schon fast ins Auge. Unser Ticket gab uns die Möglichkeit bis auf das 86. Stockwerk hochzugehen, auf dem es eine Terrasse außerhalb gab und ich muss sagen, es war recht „kühl“ dort oben. Das Thermometer zeigte 5°F (-15°C) an und der Wind der ab und an vorbeizog, ließ meine Ohren und Hände direkt einfrieren. Trotz allem würde ich sagen, dass es die Aussicht absolut wert war und ich jetzt mit Stolz sagen kann: “Ich war auf dem Empire State Building!“

Silvester und Neujahr

Normalerweise, in der Heimat, würde ich an Silvester mit meinen Freunden eine riesige Feier haben und Feuerwerk zünden, aber dieses Jahr saß ich gemütlich mit meiner amerikanischen Gastfamilie vor dem Fernseher, und wir haben uns in Ruhe die letzten Minuten des Jahres live in New York City angesehen. Und als es dann endlich soweit war, haben wir nicht nur den Anfang eines neuen Jahres gefeiert, sondern auch den 60. Geburtstag meines Gastvaters (denn er ist ein „Neujahrsbaby“). Alles in allem war es einfach ein etwas anderes Neujahr (vor allem, weil es auch 6 Stunden später als das Neujahr in Deutschland war), nicht schlechter aber auch nicht unbedingt ein besseres - es war mein einzigartiges Neujahr in den USA.

Schneefrei!

Am Donnerstag, den 4.1.18, war es endlich soweit – der erste Tag „schneefrei“! Es zog sich ein gewaltiger Schneesturm entlang der Ostküste und die Temperaturen fielen auf minus 10°C. Uns hier in der Gegend hat es dabei noch eher milde getroffen, aber wir hatten genug Schnee, sodass wir am Donnerstag und Freitag schulfrei hatten. Jedoch war es einfach VIEL zu kalt um Aktivitäten draußen im Schnee zu unternehmen.

Na ja, das war's schon wieder mit dem Bericht für diesen Monat. Ich hoffe es hat euch gefallen und ihr hattet auch einen tollen Jahresauftakt 2018 soweit.

Bis zum nächsten Mal!

Nam Nguyen