31.1.2018

Bericht 5 – Ab in den Norden…endlich Sommer!

Liebe Metropolregion Rhein-Neckar,

diesmal melde ich mich nicht aus dem eisigen Süden Chiles, sondern aus dem Sommerurlaub mit angenehmen Temperaturen. Gemeinsam mit meinen Gasteltern startete für mich am 22. Dezember eine große Reise, von der ich euch nun gerne berichten möchte.

Die Taschen waren voll, das Auto gepackt, früh morgens ging es los - eine weite Reise lag vor uns. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich mir noch nicht wirklich vorstellen, wie ich eine Strecke von über 10.000 km überstehen soll. Trotzdem freute ich mich natürlich sehr, denn die Möglichkeit ganz Chile kennenzulernen, haben nicht viele Austauschschüler!

Punta Arenas für ein paar Wochen zu verlassen war kein großes Problem für mich, denn das kalte und nasse Wetter habe ich mittlerweile doch ein bisschen satt. Nach kurzer Fahrt (Chilenen haben andere Maßstäbe als Deutsche was Entfernungen betrifft ;-) ) erreichten wir das Schild „Bienvenidos a la Republica Argentina“. Unsere Reise führte uns zwei Tage durch die argentinische Pampa, natürlich mit Zwischenstopp zum Übernachten. Die Fahrt war viel angenehmer als ich gedacht hatte. Es gab viel zu sehen und es machte einfach Spaß, die Natur zu betrachten ... und ein riesen Vorteil: auf das Fahren mit Gurt wird kein allzu großer Wert gelegt, so konnte ich einfach auf der Rückbank faulenzen und ein Mittagsschläfchen einlegen, wann ich wollte. 

Weite Strecken legten wir auf der bekannten argentinischen „Ruta 40“ zurück und sonst führte uns unsere Reise oft auch auf einfachen Schotterwegen. Unterwegs schauten wir uns schöne Städtchen wie Bariloche und auch San Martin de los Andes an, wo meine Gasteltern ein Apartment gemietet hatten und wir Weihnachten verbrachten.

Heiligabend unterschied sich natürlich sehr von meinem Gewohnten und ich dachte viel an meine Familie zuhause. Am 25. Dezember schauten wir uns die Umgebung an und schon am darauffolgenden Tag setzten wir unsere Reise fort und überquerten nach einigen Hundert Kilometern wieder die chilenische Grenze. Einen dreitägigen Stopp legten wir dann in Temuco bei der Familie meines Gastpapas ein, wo ich meine Großeltern und meinen Onkel kennenlernen durfte. Auch dort hatten wir wieder Programm bis wir dann wieder mit unserem „Bobby“ (Spitzname unseres Autos) die nächsten 700 km angepackten.

Hurra, nach über 3000 km kamen wir im warmen Santiago an! Wenige Tage verbrachten wir dort mit der Familie meiner Gastmama und erholten uns ein bisschen von der langen Fahrt. Aber das nächste Ziel ließ nicht lange auf sich warten. Mit der kompletten Familie ging es noch 500 km weiter nördlich nach La Serena. Dort feierten wir zusammen Silvester, was hier einen ganz anderen Charakter hat als bei uns in Deutschland.

Um kurz vor 24 Uhr (aber wirklich KURZ davor!!) versammeln sich die Menschen mit ihren Masken und Hüten am Strand um alle gemeinsam mit lauter Musik und Beleuchtung ins neue Jahr zu starten. Und ... wer hätte es gedacht? Natürlich erschallte um 00.00 Uhr ganz laut die chilenische Nationalhymne. Darauf folgte ein von der Stadt organsiertes Feuerwerk auf der gegenüberliegenden Seite des Strandes und viele feierten danach noch munter am Meer weiter. In meiner Familie endete Silvester schon um kurz nach 2 Uhr und es war mein mit Abstand kürzestes Silvester seit mindestens 10 Jahren, aber es war wirklich schön! Mir hat die Art, gemeinsam in das neue Jahr zu starten um einiges besser gefallen als bei uns in Deutschland.

Das neue Jahr ging für mich perfekt los, denn am nächsten Tag erwartete ich Besuch von Amelie, die ich euch schon in meinem dritten Bericht vorgestellt habe. Sie lebt nur ungefähr 4 Busstunden nördlich von La Serena in einer Gastfamilie und meine Gasteltern ermöglichten uns, dass sie mich für 5 Tage besuchen kann. Das war natürlich toll und wir freuten uns riesig. Zusammen mit meinen Gastcousins und Gasteltern unternahmen wir viel. Wir machten einen Ausflug ins „Valle del Elqui“, besichtigten die Stadt und gingen ein bisschen shoppen (sogar einen H&M haben wir in der Nähe von La Serena gefunden), bestaunten die Seelöwen am Meer, fuhren Kanu etc. Eine richtig tolle Zeit erlebten wir zusammen! Nach einer Woche hieß es für Amelie wieder: heim zu ihrer Gastfamilie, und wir fuhren zurück nach Santiago. 

An Ausruhen war jedoch nicht zu denken, bis nachts um 1 Uhr packten wir unsere Koffer wieder neu und um 4 Uhr morgens ging es dann schon ab zum Flughafen.  Wohin verrate ich euch in meinem nächsten Bericht.

Ich grüße euch aus meinem längsten Urlaub meines Lebens. 7 Wochen, dazu reichen in Deutschland die Ferien gar nicht aus.

Bis bald,

Luise