15.2.2018

Bericht #8 - Roadtrip nach Machu Picchu (Teil 2)

Weiter geht es hier mit meiner Reise zum Machu Picchu. Persönlich hatte ich auch ziemlich Probleme mit der Höhe. In Bolivien ist die Welt deutlich anders. Die Straßen werden steiler. Im Allgemeinen ist die Autobahn eine reinste Katastrophe. Da die Bolivianer aktuell gegen ihren Präsidenten demonstrieren, sperren sie über Tag die Rutas und auch die Landstraßen, die über unbefestigte Wege führen. Die Polizei macht dagegen nichts, da heißt es nur: abwarten und Mate trinken. Dadurch wurde viel Zeit verloren und viele Umwege gefahren.

Ein Zwischenstopp wurde in Potosi eingelegt. Eine wunderschöne Stadt ein bisschen verwinkelt und hügelig. Durch Zufall erfuhren wir von einem Aussichtspunkt. Ich dachte, als ich davor stand, dass es eine Kirche sei. Als wir Fotos machten, wurden wir angesprochen, dass wir doch in die „Factura Mirador Torre de la Compañia de Jesus“ rein gehen sollten, da man dort die beste Aussicht über Potosi hätte.

Die Landschaft war ziemlich gleich und hat sich kaum geändert auf unserer Route. Nur wurden die Häuser noch kleiner oder hatten kein Dach oder Fenster. Die Landschaft war ziemlich karg in manchen Abschnitten. Und vor allem war Bolivien ziemlich kalt. Ich dachte immer, dass Bolivien deutlich wärmer sei. Da habe ich mich wohl getäuscht. Ohne lange Hose und Jacke ging es nicht.

La Paz ist ziemlich steil, das wurde recht schnell festgestellt, da wir oft das Auto bergauf anschieben mussten oder austeigen, wenn es steil bergab ging. Das war ein kostenloses Workout-Training. Jeder war geschafft und glücklich, als wir endlich so nah an Peru waren. 

Nach einem kurzen Shoppingtrip ging es dann nach Peru. Über eine Route die uns angegeben wurde, und wie wir später rausfanden, nur für LKWs gedacht ist. Somit waren wir 5 Stunden „illegal“ in Peru. Bis uns die Polizei erklärt hat, wo die Registrierung ist. Bedeutete: nochmal umkehren und uns offiziell registrieren lassen. Als wir dann „legal“ in Peru waren, ging es direkt nach Cusco.

Ich hab mich sofort in die Stadt verliebt. Ich kann nur jedem raten genügend Zeit auch für Cusco einzuplanen. Man kann dort so viel erleben und anschauen. Leider hatte ich dafür keine Zeit. Ich werde aber auf jeden Fall nochmal zurück kommen mit genügend Zeit. Ich war mehr als glücklich, als ich nachts die Stadt erkundet habe.

Zum Glück hatte ich auch noch einen ganzen Tag mehr. Da wir erst ein gutes Angebot zur Besichtigung des Machu Picchu finden mussten. Da wir nicht wussten wann wir ankommen, haben wir nichts vorab gekauft. Am nächsten Morgen um 7 Uhr ging es dann mit einem Bus nach Hidroelectrica. Von dort sind es dann10 km zu Fuß über die Zugschienen, was echt anstrengend war, durchgehend über große Kieselsteine zu laufen oder über Schienen. 

Die Strecke würde ich jedem empfehlen, denn die Natur war wunderschön und irgendwie gehört es für mich dazu, einmal die 10 km gelaufen zu sein. Du hast auch dort alle Zeit der Welt. In Agua Calientes wird man dann von einem Tourguide zum Hotel gebracht. Danach gibt es ein Abendessen mit allen von demselben Veranstalter. Dort habe ich zwei Männer aus Frankreich kennengelernt, die ein bisschen Übersetzungshilfe brauchten. Und jedesmal, wenn ich Leute aus Europa treffe, bin ich glücklich und man führt jedesmal nette Gespräche. Da jeder geschafft war von den 10 km, war dann schnell schlafen angesagt.

Früh um 4 Uhr verließen wir das Hotel. Ich war ganz beeindruckt, wie sich der Nebel langsam lichtete und alles um einem herum zu leben anfing. Es ging 5 km über in den Fels gehauene Treppen steil bergauf.

Nach gefühlt einem Herzinfarkt später – die Höhenluft und ich werden nie Freunde, muss ich öfters wie ein Schnappfisch ausgesehen haben. Oben angekommen, wurden uns alle Fakten über Machu Picchu erklärt. Ich war damit beschäftigt mir alles mit großen Augen anzuschauen. 

Als unser Tourguide alles echt gut erklärt hatte, hatten wir dann lange genug Zeit um Fotos zumachen. Natürlich auch für das bekannte Panoramabild, was so gut wie jeder auf der Welt kennt. Und natürlich: Es ging nochmals 1 km über Treppen nach oben!

Die Aussicht hat sich mehr als gelohnt. Es hat auf mich so friedlich gewirkt, ich habe mich erstmal 10 Minuten hingesetzt, um alles auf mich wirken zulassen. Der Abstieg ging dann innerhalb von 30 Minuten vonstatten. Wir mussten zurück nach Hidroelectrica, da um 14.30 der Bus zurück ins Zentrum abfuhr. Mehr als geschafft, bin ich im Bus eingeschlafen.

Am nächsten Tag ging es dann nach Chile. Bei einem kulinarischen Zwischenstopp wurden dann meine Befürchtungen wahr: Es gab Cuy (Meerschweinchen). Ich fand es ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Aber probiert hab ich es. 

Die Einreise nach Chile ist schon deutlich schwerer als in den restlichen Ländern. Es gibt viele Bestimmungen, z.B. darf man keinerlei Lebensmittel aus anderen Ländern einführen. Es gibt sogar Spürhunde für Früchte. Als alles Gepäck durchgescannt war, durften wir auch weiterfahren. In Iquique legten wir eine Pause ein, und kauften auch ein bisschen ein, da Chile deutlich billiger ist als Argentinien. Außerdem genossen wir das Meer. Leider war ich nur bis zu den Knien drin. 

Mein Fazit:

Machu Picchu ist auf jeden Fall eine Reise wert; ich habe einiges gelernt, daher hier ein paar Tipps, falls ihr auch einmal die Gelegenheit habt, diese UNESCO-Weltkulturerbestätte zu besuchen:

  • Bringt Dollar und Euros mit; im Wechselhaus (Lux) gibt es den besten Wechselkurs, sich Peruanischen Sol (PEN) oder sonstige lateinamerikanische Währungen zu besorgen, ist unnötig.
  • Cusco ist eine wunderschöne Stadt, für die man auch Zeit einplanen sollte. Es gibt eine Bustour fuer 5 Sols.
  • Warme Wanderklamotten mitnehmen, die auch wasserdicht sind. In Cusco gibt es auch Klamotten sehr günstig zu kaufen. Mit Ausnahme von Regenjacken.
  • Bringt für Mach Picchu zweifach Wechselklamotten mit und auch am besten nach der bekannten Zwiebelschicht. Aber nichts Unnötiges, da auch der Rucksack mit nach oben getragen werden muss. Griffige Schuhe dabei haben, Sportschuhe gehen zwar auch, aber nur mit guter Sohle.
  • Schutzhülle für den Rucksack, da der Reisepass mit muss und nicht durchnässt werden sollte. Genügend Platz im Rucksack für ausreichend Getränke. Man kann zwar auch oben Wasser kaufen, 0,5 Liter kosten jedoch 50 statt nur 5 Sol (12 Euro statt 1,20). Auch genügend Essen, Kekse etc., da auf dem Rückweg keine Zeit zum Einkehren ist.
  • Man kann auch eine Tour in Cusco buchen, aber die meisten Führungen von dort werden auf Spanisch abgehalten.
  • In Machu Picchu ist es illegal, ein „Hüpffoto“ zu machen. Es ist aber möglich einen Stempel in den Reisepass zu bekommen. Für den Aufstieg würde ich, wenn ich es nochmal mache, die Option Bus wählen, „Schnappfischgesicht“ steht mir nicht so.
  • Tabletten gegen Reiseübelkeit mitnehmen. Die Straßen sind echt böse.

Damit, liebe Metropolregion Rhein-Neckar, endet mein Bericht von der Weltsehenswürdigkeit. Ich bin dann wieder im Backofen von Argentinien zurück und schicke euch ein paar Sonnenstrahlen.

Im nächsten Blog werde ich über mein erstes Fußballspiel berichten

Bis dahin schicke ich liebe Grüße in meine Heimat,

Mai