2.4.2018

Bericht #8 - Endlich wieder Schule, oder auch nicht...

Liebe Metropolregion Rhein-Neckar,

ich melde mich wieder und was soll ich sagen, nach fast 5 Monaten hat für mich die Schule wieder angefangen, aber genauso schnell auch wieder aufgehört. Ich will euch jetzt erzählen, wie es war und wie ich einen neuen Schulanfang erlebt habe.

Am 5. März war mein erster Schultag. Für mich war der nochmal was ganz Besonderes, da die ich Schule gewechselt habe. Ich bin jetzt auf der „Pedro Pablo Sanchez de la Chorrera“, kurz: PPS. Ich konnte nochmal neu angefangen. An meiner alten Schule gab es ein paar kleine Probleme mit meinen Mitschülern, mein Schulweg war sehr lang, und zudem hätte ich an dieser Schule noch bis Mai oder Juni Ferien gehabt.

Im ersten Moment kann man in Deutschland nur davon träumen, allerdings war es für mich keine Frage, mir eine neue Schule zu suchen. Die 5 Monate, in denen ich zu Hause war, waren zwar sehr angenehm und entspannend, dennoch gab es manchmal Phasen, in denen sich die Zeit nur ganz langsam dahin schleppte. Jetzt fragt man sich vielleicht, wieso ich mir nicht etwas gesucht habe, zum Beispiel ein Hobby oder wieso ich nicht irgendwas freiwillig gemacht habe, aber das ist leider rund um Panama City nicht so einfach.

Die Leute kamen bzw kommen hierher, um zu arbeiten und nicht um sich die Zeit zu vertreiben. Nach der Schule machen auch die Schüler nichts mehr, sondern gehen heim, da hier die Familie an erster Stelle steht. Deshalb ist es leider sehr schwer etwas zu finden, das man nachmittags machen könnte. Für uns Austauschschüler ist das gleich doppelt schwer. Zum einen haben wir natürlich manchmal keinen Zeitvertreib bzw. etwas, auf das wir uns jede Woche freuen könnten und zum anderen ist es dadurch sehr schwer Anschluss zu finden. Da bei mir die Schule letztes Jahr im September und Oktober auch nur einen Monat dauerte und ich in diesem Monat keine einzige Woche mit fünf Schultagen hatte, war es auch da sehr schwer für mich Anschluss zu finden. In den Ferien habe ich auch kaum was mit Panameños gemacht, eher mit meiner Familie oder anderen Austauschschülern.

Deshalb war ich umso glücklicher, als ich am 05. März das erste Mal wieder in die Schule ging. Diesen Schulanfang nochmal zu erleben war echt spannend für mich, da es sich echt sehr vom ersten Schultag im September an meiner alten Schule unterschied. Was mir als erstes zu Gute kommt, ist natürlich das spätere Aufstehen. Ich stehe jetzt, im Gegensatz zu vorher, erst um 5 Uhr auf, da ich schneller in der Schule bin. Auch das Problem mit der Sprache, das ich letztes Jahr hatte, habe ich jetzt nicht mehr. Ich konnte mich super vorstellen und verständigen, ich glaube, das macht nochmal einen ganz anderen ersten Eindruck. Alles in allem gefällt es mir an meiner neuen Schule sehr gut und ich fühle mich wohl. Ich wurde sogar schon von meinen Mitschülern eingeladen und wir waren zusammen Eis essen, das wurde ich zum Beispiel an meiner alten Schule nie. Nicht zuletzt ist sogar das Essen am Kiosk hier besser :)

Die ersten drei Schultage waren ganz normal, ich bin in die Schule, hatte dort Unterricht, hab mich mit meinen Klassenkameraden unterhalten und bin dann wieder nach Hause. Donnerstags war ich zwar auch in der Schule, aber Nora, eine norwegische Austauschschülerin und ich haben unsere Klassen nicht gefunden, deshalb waren wir den ganzen Tag auf dem Schulgelände unterwegs und haben uns umgeschaut. Kurz vor Schulschluss haben wir uns dann auf den Weg gemacht ins Zentrum und haben uns dort etwas zu Essen gesucht. Ich finde solche besonderen Tage immer sehr schön, außerdem glaube ich, gehören diese einfach auch zu einem Auslandsjahr dazu. Nachmittags bekamen wir alle eine Nachricht von der Schule, das Dach sei heruntergerutscht und bis mindestens Montag könne kein Unterricht stattfinden. Das fing ja schonmal super an, extra die Schule gewechselt, um mehr Unterricht zu haben, jetzt geht es bei der neuen Schule genauso weiter. Es kam aber noch besser: Montags wurde verkündet, für mindestens eine Woche bleibt die Schule geschlossen. Im Laufe der Woche gab es dann noch größere Überraschungen, so wie es scheint, sind alle Dächer der fünf Gebäude falsch montiert und deshalb besteht zu große Gefahr und es kann kein Unterricht gehalten werden. 

An den freien Tagen verbringe ich viel Zeit mit meiner Familie. Zum Beispiel waren wir auf der „Chica“ , das ist ein Berg in Capira, westlich von Panama City. Meine Schwester, meine Cousine Nery, mein Stiefbruder Oscar, natürlich mein kleiner Hund Rambo und ich machten uns um 4 Uhr morgens mit dem Bus auf den Weg. Eigentlich wusste meine Schwester wo wir hin mussten, allerdings meinte Oscar er wüsste es besser und deshalb sind wir dann mit dem Bus noch weitergefahren. An der Haltestelle angekommen, mussten wir dann nochmal einen anderen Bus nehmen, um auf den Berg hoch zu fahren. Oben angekommen, erfragten wir noch den Weg und gingen los. Nach einiger Zeit, in der wir das Gipfelkreuz noch nicht gefunden hatten, kehrten wir wieder um und liefern das ganze Stück, das wir mit dem Bus hochgefahren waren, wieder runter. Insgesamt waren wir vier Stunden unterwegs. Unten angekommen fragten wir nochmal nach und da es hieß, dass es da oben sein muss, fuhren wir nochmals hoch. Auch dieses Mal fanden wir aber leider nichts, weshalb wir dann den Bus wieder nach unten nahmen und heimfuhren.

Meine Schwester fand den Tag nicht ganz so toll, da sie der Meinung war, zu wissen wo wir hin mussten. Für mich war es trotz allem ein echt schöner Tag, endlich mal wieder Bewegung, schönes Wanderwetter und einfach Zeit mit der Familie. Mir hat es wirklich gut gefallen und vielleicht klappt es ja nächstes Mal mit der richtigen Chica.

So, das war's jetzt auch wieder erstmal von mir.

Bis bald

Eure Miriam