18.4.2018

Bericht #11 – Besuch aus Alemania, mein etwas anderer Geburtstag und Phil Collins!

Auch in Argentinien hat nach drei Monaten Ferien das Schulleben wieder angefangen. Fuer mich allerdings erst eine Woche spaeter, da ich wie berichtet die Stadt gewechselt habe, und daher erst eine neue Schule fuer mich gefunden werden musste.

An meinem ersten Tag hiess es dann frueh aufstehen, und trotz einem entzuendeten Fuss in die Schule. Weshalb entzuendet? Ganz einfach. Ich habe es geschafft, meinen Fuss so dumm an einer Kante aufzuschlagen, dass ich ein fettes Loch auf dem Spann hatte. Falls sich jemanden fragt, ob die Krankenversicherung von AFS denn gut ist, ich kann das jetzt nach ein paar Krankenhausbesuchen guten Gewissens mit Ja beantworten.

Meine neue Schule ist riesig! Sie ist gefühlt ein eigenes Quadrat in der Stadt. Und sehr alt. Somit gibt es auch deutlich mehr Schueler. Im letzten Jahr (der sog. „Sexto“) gibt es drei verschiedene Orientierungen: Soziales, Naturwissenschaften und Sprachen. Ich wurde den Sprachen zugeteilt, das bedeutet 5 Sprachen: Franzoesisch, Englisch, Portugisisch, Italienisch und Spanisch! Ich persoenlich finde es mega cool die Moeglichkeit zu bekommen, sich die verschiedenen Sprachen anzuhoeren und etwas zu lernen. Auch wenn ich manchmal doch ziemlich verwirrt bin, da einfach zu viele Sprachen manchmal im meinen Kopf sind.

Freitags kam dann meine beste Freundin von AFS Deutschland, sie lebt in der Provinz Chaco, das grenzt an Paraquay. Sie kam morgens in Cordoba an, um mit mir am Wochenende meinen Geburtstag zu feiern. Es ging dann nachmittags gleich los mit der Citytour, im Backofen von Cordoba. Wir haben alles Wichtige zum Ansehen abgelaufen. Waren im Park der Unabhaenigkeit, dort sind fuer jedes Jahr der Unabhaenigkeit ein Ring aufgestellt, mit einer Gravur die zeigt, was Wichtiges in diesem Jahr passiert ist. Dann habe ich erfahren, dass es in Córdoba ein Hard Rock Café gibt. Das haben wir auch noch gesucht. Nachts ging es dann in einen Club. In Argentinien das normalste der Welt.

Samstag, nach ein bisschen Schlaf, ging es dann raus aus Córdoba in die Cierras, in die „Berge“. Wir waren bei einem See mit einer riesigen Schleuse und haben einen Platz besucht mit allen Bundeslaendern aus Argentinien. Dann hatten wir noch die Gelegenheit meine Gastmutter Fernanda auf der Arbeit zu besuchen, sie ist Biochemikerin und arbeitet in einen Labor 60 km von Córdoba entfernt. 

Um Punkt 12 Uhr nachts wurde dann ploetzlich angefangen zu singen. Was hier Tradition ist. Eigentlich wird man noch in den Pool geschmissen mit allen Klamotten, dank meiner Fussverletzung wurde ich verschont. Es war wunderschoen, Greta dabei zu haben. Am Sonntag gab es dann ein Asado, und ein anderer deutscher Austauschschueler, Alessandro, der mit mir in Córdoba ist, kam auch noch. Rundum ein ziemlich anderer Geburtstag mit vielen Sprachen! Herzlichen Dank an meine Gastfamilie, die das ueberhaupt moeglich gemacht hat. Und auch an Greta!

Montags ging es dann abends mit Flor, Fer und Marce (meiner neuen Gastfamilie) zu einem Phil Collins Konzert. Das war dann nochmal ein Highlight. Obwohl das Statdium nicht das Tollste war, und es kaum Plaetze gab, konnte man doch recht viel sehen. Und es war megaschoen mit meiner Gastschwester um die Wette zu singen.

An Ostern wurde viel Asado gegessen! Und es ging ein drittes Mal zum Spiel von Belgrano. Ich habe auch einiges mit meiner neuen Klasse gemacht. Was einfach immer witzig ist. Ich fuehle mich echt wohl in diesen Kurs.

So langsam kommt das Thema „Heimflug“ allmählich näher. Und wir wissen alle noch nicht, wann das genaue Rueckflugdatum ist. Schueler aus anderen Laendern haben es schon gesagt bekommen, daher werde ich höchstwahrscheinlich am 17.07.2018 abends mit dem Bus nach Buenos Aires fahren, am 18. dann ein Flug nach Deutschland und am 19. Juli bin ich dann wieder zurueck in Deutschland.

Am 07 April haben ein paar Austauschueler und ich die letzten 100 Tage gefeiert. Dabei habe ich lachendes und ein weinendes Auge. Ich freu mich riesig, wenn ich meine deutsche Routine wieder habe! Aber anderenseits habe ich dieses Land lieb gewonnen und fuehle mich hier wohl und habe hier ein Freundeskreis aufgebaut. Und es ist einfach nicht sicher, ob ich jemals wieder kommen werde. Im Endeffekt der Abschied in Deutschland war schwer, aber in Argentinien wird er schwerer sein!

Ich versuche die letzten Tage hier so gut auszunutzen wie es geht. Mit schoenen Erinnerungen fuellen. Denn 100 Tage hoert sich soviel an, aber meine ersten 100 Tage ging hier so schnell vorbei. Ich durfte ein Land kennenlernen, das mir voellig fremd war bevor ich gekommen bin, und mir jetzt so sehr ans Herz gewachsen ist. Die Menschen, Kultur und Braeuche. Ich hab es auf meine Art endeckt!

Ich werde euch auf dem Laufenden halten, was in den letzten 100 Tage hier noch passieren wird bis dahin.

Liebe Gruesse aus dem wechslhaften Backofen oder Kuehlschrank Argentiniens,

Eure Maike