8.5.2018

Bericht #10 – Praktikum, Prom und Party…

Hallo zusammen!

Es nähern sich für mich nun die letzten zwei Monate meines Auslandsjahres und bereits jetzt heißt es schon langsam Abschiednehmen. Gerade erst letzten Freitag, den 4.5.18, hatte ich meinen letzten Schultag. Es war die letzte Fahrt mit dem Schulbus, die letzte Unterrichtsstunde und das letzte Mittagessen in der Kantine. Der Abschied kam mir etwas zu schnell und unerwartet und es hieß Lebewohl für diejenigen, die ich (vermutlich) zum letzten Mal in meinem Leben sehen werde. Wie dem auch sei, auch diesen Monat habe ich euch einiges zu berichten.

Praktikum

Na ja, so ganz fertig mit der Schule war ich dann doch nicht wirklich. Meinem letzten Schultag folgte sogleich wieder mein erster Schultag in Valley Forge Kinderhouse, einer Montessori Schule, an der ich für 4 Wochen als Praktikant aushelfe. Ich hatte persönlich zuvor noch nie von einer Montessori Schule gehört bzw. mir vorstellen können wie so eine Schule funktioniert. Ich erinnere mich an meine Grundschulzeit, wenn Anarchie ausbrach sobald der Lehrer den Raum verließ und die Kinder hier arbeiten unabhängig und FREIWILLIG an selbsterstellten Wochenplänen. Demnach war es schwierig für mich herauszufinden wie ich den Kindern am besten helfen konnte, weshalb ich zu Beginn nicht mehr tat als Fragen zu beantworten und auf die Kinder aufzupassen.

Doch mit der Zeit konnte ich mich mehr etablieren und meine eigenen Kenntnisse im „Unterricht“ miteinbeziehen. Ich unterrichte Mathe, Musik und Sport in kleinen Gruppen und halte Präsentationen über Deutschland, was je nach Thema unter Kultur oder Erdkunde fällt. Mir wurde schnell klar, dass es ein Haufen Arbeit ist, aber es ist auch eine Menge Spaß. Ich verbringe meine Mittagspausen mit den Kindern und auch während der Pausen spiele ich oft Frisbee oder Volleyball mit ihnen. Das Praktikum war bislang einfach grandios und ich habe gute erste Einblicke in das Berufsbild Pädagogik erhalten – und wer weiß, vielleicht bin ich in 10 Jahren selbst ein Lehrer... Bilder konnte ich davon leider noch nicht machen, da es in Bezug auf Fotos mit Kindern eine spezielle Erlaubnis benötigt, die ich zurzeit noch nicht habe.

Prom

Der „Prom“ ist der amerikanische Abschlussball und wie viele wissen eines der größten Highlights im Schulleben der Amerikaner. Viele Schüler einer Highschool sind willens, für diesen Anlass ein kleines Vermögen auszugeben. Immerhin findet der Ball nur einmal im Jahr statt und wenn man Glück hat, hat man sogar ein Date, das es zu beeindrucken gilt. „Mann“ trägt den schicksten Anzug, kauft den schönsten Blumenstrauß (passend zum Kleid) und wählt das feinste Restaurant. „Frau“ ist gekleidet in der allerfeinsten Garderobe mit den dazu abgestimmten Schuhen, Make-up und am besten auch extravaganter Frisur. Das Ritual vor dem eigentlichen Ball läuft für gewöhnlich so: Man trifft sich mit anderen Schülern, schießt tonnenweise Bilder zusammen, gibt und bekommt hunderte Komplimente für sein tolles Outfit, geht dann anschließend mit der Gruppe zum Restaurant bevor man sich dann Ball aufmacht. Ich war gleich auf zwei Proms - Junior und Senior (Mittelstufe/Oberstufe) und hatte neben den traditionellen Gruppentreffen vor dem Ball ein traumhaftes Rendezvous zu zweit, was ich persönlich besser fand.

Den eigentlichen Ball fand ich dann etwas enttäuschend: Zwar hatte man eine riesige Auswahl an Eiscreme, Milchshakes, Getränken und sonstigen Snacks und man konnte auch professionelle Bilder von sich schießen lassen, aber die Musik, die zumindest auf meinen beiden Proms gespielt wurde, war jetzt nicht die beste Auswahl. Vielleicht bin ich auch der einzige, dem es so ging, aber ich persönlich weiß einfach nicht wie man zu Rap tanzen soll…

Kentucky Derby Party

Ich weiß nicht viel über das Kentucky Derby bis auf die Tatsache, dass es eines der ältesten und wichtigsten Pferderennen in den USA ist. Es wird seit 1875 jedes Jahr in Louisville, Kentucky, ausgetragen. In meiner Gastfamilie gibt es die Tradition einer Feier zum Anlass des Kentucky Derbys, die für gewöhnlich im Haus meiner Gastgroßeltern stattfindet. Dieses Jahr war meine Familie zum ersten Mal Gastgeber der Fete und es stellte sich heraus, dass es viel mehr Arbeit ist als erwartet. Bereits Wochen im Voraus wurden Einladungen verschickt, das Menü für den Abend zusammengestellt und geplant. Zudem kam noch, dass das Kentucky Derby am 5. Mai stattfand, welches hier ein mexikanischer Feiertag ist, weshalb wir zum traditionellen Kentucky Fried Chicken (Frittiertes Huhn Kentucky Art), zusätzlich mexikanische Spezialitäten zum Menü hinzufügten und eine Tequila Bar im Wohnzimmer einrichteten.

FUN FACT: Die meisten wissen hier nicht mal, was genau an Cinqo de Mayo gefeiert wird, aber für gewöhnlich isst man mexikanisch und trinkt Tequila, wenn man alt genug dafür ist.

Am Tag der Feier brach dann Panik aus. Der Schokoladenbrunnen wollte nicht funktionieren, das Restaurant, welches uns das Kentucky Fried Chicken machen sollte, hatte unsere Bestellung mit jemand anderem verwechselt, wir hatten nur zwei Ofen und eine Mikrowelle um das ganze Essen, was Tage im Voraus vorbereitet und tiefgefroren wurde, aufzuwärmen. Und zum krönendem Abschluss hatte der Helfer, den meine Gasteltern für die Party gebucht hatte, welcher für die Tequila Bar zuständig war und uns bei der Vorbereitung als auch beim Aufräumen aushelfen sollte, in der letzten Minute abgesagt.

So kam es, dass die ersten Gäste uns bei den letzten improvisierten Teilen der Party aushelfen mussten, während ich mich in weniger als 2 Minuten umziehen und frischmachen musste um die Neuankömmlinge am Eingang zu empfangen. Und unglücklicherweise hatte ich im ganzen Radau ganz vergessen Bilder zu schießen, weshalb es leider kein Bild von der eigentlichen Feier gibt.

Freunde

Mein Auslandsjahr neigt sich dem Ende. Das heißt, dass ich mit meinen Freunden hier die außergewöhnlichsten Sachen machen, da nun mal nicht mehr so viel Zeit übrig ist. Und ich glaube ich lasse die Bilder für sich selbst sprechen...

Viele Grüße

Nam