27.5.2018

Bericht #12 - Die Reise zu den Iguazú Wasserfaellen

Hola Region Rhein-Neckar,

meine wohl letzte grosse Reise während meines Auslandsjahres ging zu den Iguazú Wasserfaellen, ganz im Nordosten Argentiniens, an der Grenze zu Brasilien – und 25 Stunden Busfahrt von Cordoba entfernt. Wir waren mit einem ziemlich bekannten Reiseunternehmen unterwegs. 14 Austauschschueler aus aller Welt, 2 Betreuer und viele ältere Mitreisende. Morgens um 10 vom Terminal del Omnibus de Córdoba ging es los, zum Glueck mit viel Beinfreiheit ... lange Beine und so.

Am ersten Tag wurde ein Tunnel angekuendigt, was wir alle nicht so verstanden haben, aber fuer Argentinier ist das ein ganz besonderes Ereignis, die Kameras bereit gehalten und es wurde viele Fotos davon gemacht. Am Montagmorgen gab es einen Zwischenstopp zur Besichtigung der „Minas de Wandas“, das sind Edelstein-Minen, die bekannt sind für ihre großen Vorkommen an sog. Amethyst (eine violette Art von Quarz). Wir schauten den Arbeitern bei der Arbeit zu, bekamen die verschiedenen Grade der Steine erklaert, die dort abgebaut und weiterverarbeitet werden, und anschließend konnte man auch daraus gemachten Schmuck kaufen, zum Beispiel Ringe, Ohrringe oder Brocken in verschiedensten Größen. In den Minen konnte man den Regenwald von Paraguay sehen.

Wir überquerten die Grenze nach Brasilien, was nicht ganz einfach ist. In Argentinien darf man das Land nur verlassen, wenn man eine „Venia de Viaje“ hat. Diese bekommt man, wenn man sein Visum abholt. Ein Tipp von mir, für alle die auch mal dahin möchten: Fangt rechtzeitig mit der Visa-Organisation an, ihr muesst von verschiedensten Stellen Unterlagen zusammentragen. Das kann dauern und ist auch sehr kostspielig. Und dann muss das alles persoenlich im jeweiligen Konsulat vorbeigebracht werden. Ich konnte schon vorab meine Dokumente schicken, damit diese schon einmal bearbeitet wurden. Bei Minderjährigen müssen die Eltern dann verschiedene Dokumente unterschreiben. Auch die Venia de Viaje damit man ohne Eltern alleine aus Argentinien ausreisen darf. Dasselbe gilt auch fuer Argentinier. Ein minderjaehriges Maedchen hatte sie nicht dabei und durfte nicht das Land verlassen, da Argentinier Angst haben, dass Kinder entfuehrt werden, wenn nicht beide Elternteile einverstanden sind.

Als wir dann in unserem Hotel in Brasilien angekommen waren, wurde erst einmal die Sonne und Waerme genossen. Die Wochen davor hat es in Córdoba viel geregnet. Am Dienstag ging es dann endlich in den Nationalpark Iguazú auf der brasilianischen Seite. Gut 20 Prozent der Wasserfaelle gehört zu Brasilien, 80 Prozent zu Argentinien.

Nach einer kurzen Busfahrt wechselten wir auf Elektroautos und machten eine Art Safar, die dann zu dem Fluss führte. Dort ging es mit ein Speedboot ueber den Fluss zu den Wasserfaellen, erst wurde ein Wasserfall von weitem beobachtet, wo ich mich schon sehr klein fuehlte. Dann ging es ein bisschen weiter zu einem anderen Wasserfall. Wir sind dann 3-mal sehr nah herangefahren, sodass wir nichts mehr erkennen konnten. Dort habe ich die Wucht von Wasser kennengelernt und gemerkt wie maechtig es ist. Klitschenass und auch adrenalingeladen kehrten wir zurueck.

Dann ging es 11 Bloecke ueber einen Rundweg um an eine Art Terrasse zu kommen, welche ueber der Fallstufe eines Wasserfalles war. Das war wirklich beeindruckend: Unter deinen Fuessen ist das Wasser steil heruntergefallen. Abends ging es muede zurueck. Doch da am naechsten Tag der Geburtstag von unserem Finnen war, wurde natuerlich hineingefeiert und um Mitternacht gab es dann ein Bad im Pool.

Im naechsten Bericht berichte ich ueber die Seite Argentiniens und das ebenfalls angrenzende Paraguay sowie Tanzabende und zu viel Essen...

Bis dahin hoffe ich, dass ihr die warmen Sonnenstrahlen in Deutschland geniesst. Der Herbst ist hier angekommen...

Eure Maike