23.12.2017

Bericht #4 – Kontrastreiche Jahreszeiten in Chile

Liebe Metropolregion Rhein-Neckar!

Wenige Stunden nachdem ich meinen letzten Blog geschrieben hatte, trat ich meine Reise nach Santiago de Chile an, die auch schon wieder ein paar Tage zurückliegt. Es ist wirklich krass, wie doch die Zeit verfliegt…

Zunächst möchte ich euch aufklären, wie es überhaupt dazu kam, kurz nachdem ich vom AFS-Camp aus Santiago zurück kam schon wieder 3000 Kilometer dorthin zu reisen.

Schon bei der Ankunft in einem fremden Land und einem neuen Zuhause macht man sich natürlich Gedanken, wie man seine freie Zeit gestalten möchte und wie man Kontakte zu neuen Menschen knüpfen kann. So fand ich zum einen eine Volleyball AG in meiner Schule, die ich einmal wöchentlich besuche und zum anderen half mir mein Gastpapa, eine Tanzschule in Punta Arenas ausfindig zu machen, in der ich mittlerweile schon mehr als 3 Monate aktiv bin und zweimal die Woche mit Spaß daran teilnehme.

Da ich auch in meiner Heimatregion schon seit vielen Jahren in einer ähnlichen Gruppe tanze, durfte ich schon nach sehr kurzer Zeit bei regionalen Meisterschaften in Punta Arenas dabei sein und so wurde ich auch gefragt, ob ich mit zu den nationalen Meisterschaften nach Santiago reisen möchte. Gerne! Dazu sagte ich natürlich nicht Nein.

So flog ich Anfang November morgens um 2 Uhr mit der Tanzgruppe in die Hauptstadt. Dort waren wir fünf Tage in einem Hostel untergebracht. Der Wettkampf selbst fand nur sonntags statt und war ein tolles Erlebnis, auch wenn wir leider nicht so wirklich erfolgreich waren. Aber dabei sein ist alles! :) Die restlichen Tage verbrachten wir in der Stadt.

Ich sammelte wertvolle Eindrücke und es war richtig schön, mit so vielen chilenischen Mädels zusammen zu sein, auch wenn es sprachlich nicht immer einfach war. Es war eine einzigartige Erfahrung für mich und ich war so glücklich, dabei sein zu dürfen.

Anfang Dezember fand die AFS-Patagonien-Reise statt, zu der sich AFS-Austauschschüler aus ganz Chile anmelden konnten. Die Gruppe besuchte für drei Tage meinen Wohnort Punta Arenas; auch die Gastschüler aus unserem regionalen Komitee hatten die Möglichkeit teilzunehmen. Das war natürlich perfekt und wir freuten uns sehr darüber. So verbrachten wir das ganze Wochenende von früh morgens bis spät abends mit den Schülern im Hotel oder gemeinsam bei Ausflügen, darunter zum Beispiel ein Trip per Schiff zur Pinguininsel "Isla Magdalena". Dadurch konnte ich einen der wichtigsten Punkte auf meiner To-do-Liste für Chile abhaken: „Pinguine in freier Wildbahn beobachten!“ :D

Wirklich niedlich sind die unzähligen kleinen Tierchen und es ist seeeeehr verlockend, sie mal anzufassen. Das wurde jedoch durch die Security strengstens unterbunden und ist für den Schutz der Pinguine natürlich auch erforderlich.

Da auch meine Rhein-Neckar-Botschafterkollegin Lea aus Valparaíso an dieser Reise teilnahm und in ihrem Blog-Beitrag schon ausführlich darüber berichtet hat, muss ich an dieser Stelle nicht nochmal ins Detail gehen, doch mein Fazit fällt genauso aus: Auch ich habe mich sehr gefreut, dass wir uns bei dieser Gelegenheit treffen konnten und uns nebenbei etwas über unser „neues Leben“ auszutauschen.

Es waren drei richtig tolle Tage und das internationale Miteinander war sooo schön. Umso trauriger war es, sonntagabends Abschied zu nehmen, denn die Gruppe zog montags ohne uns weiter und für uns hieß es wieder ab in die Schule.

Na ja, alles halb so schlimm, denn das darauffolgende Wochenende flog ich, wie eingangs erwähnt, bereits wieder nach Santiago – dieses Mal mit meinen Gasteltern.

Wir besuchten die Familie meiner Gastmama: Oma, Tante, Onkels, Cousine, zwei kleine Cousins… Bereits in November lernte ich einen Teil von ihnen kennen, als sie uns in Punta Arenas besuchten. Es war wirklich interessant, mal ein ganz anderes Familienleben kennenzulernen und festzustellen, dass es hier doch einige Unterschiede zu Deutschland gibt ;-)

Besonders eindrücklich war für mich, aus dem kalten Süden in das über 30°C warme Santiago zu kommen, das war ein herrliches Gefühl. Ja, das Wetter am Ende der Welt ist für mich auch nach fast fünf Monaten immer noch sehr gewöhnungsbedürftig und obwohl es „auf dem Papier“ Sommer ist, spürt man in Punta Arenas manchmal kaum was davon (das lässt sich auch daran verdeutlichen, dass hier an der Magellanstraße die durchschnittliche Höchsttemperatur im Dezember und Januar zwischen 14 und 15 Grad Celsius liegt). Die Weihnachtsdeko in den Geschäften in Santiago in Verbindung mit der Hitze ist allerdings sehr speziell und löste alles andere als ein Weihnachtsfeeling bei mir aus.

Der Grund weswegen wir nach Santiago reisten war die Einladung zu einer Hochzeit von Freunden. Meine erste Hochzeit überhaupt ... und dann gleich eine chilenische! Einen Vergleich kann ich deswegen nur schlecht ziehen, aber es war auf jeden Fall wunderschön!

Mittlerweile haben nun die dreimonatigen Sommerferien begonnen und es wird einiges Spannendes auf mich zukommen. Weihnachten steht vor der Tür, mit Sicherheit ein großer Unterschied zu unserer deutschen Tradition. Mehr dazu erfahrt ihr in meinem nächsten Blog! Frohe Weihnachten an alle und einen tollen Start in das Jahr 2018!

Eure Luise